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Papst Franziskus hat sich für konstruktive Kritik statt zerstörender Anklage in der Kirche ausgesprochen. Es gelte, dem Heiligen Pater Pio (1887 bis 1968) zu folgen: „Er  hat die Kirche so geliebt, wie sie war, und hat sie nicht mit Worten zerstört, so wie es jetzt Mode ist“, sagte das Kirchenoberhaupt im Vatikan. Es sei richtig, auf Schwächen hinzuweisen, dabei müsse aber immer auch die Liebe zur Kirche zum Ausdruck kommen. „Lebt wie Christen  und bezeugt, dass Liebe schöner ist als Hass, Freundschaft schöner als Feindschaft und die Brüderlichkeit zwischen uns allen schöner als Krieg“, so der Papst.

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Memorandum katholischer Theologen: Nützlich oder schädlich?

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Die Veränderung der Kirche soll das Ziel eines Appells an die deutschen Bischöfe sein, mit dem 200 Theologieprofessoren die Lockerung des Zölibats und die Einführung des Frauenpriestertums fordern. „Draufgesattelt“ ist die Forderung nach Anerkennung homosexueller Partnerschaften und wiederverheirateten Geschiedenen. Die Lockerung des Zölibats wird in der Weise gefordert, dass auch verheiratete, „bewährte Männer“ (viri probati) zur Weihe zugelassen werden.

Als Rechtfertigung für ihren Vorstoß (der inhaltlich nichts Neues bringt, sondern bekannte Forderungen wieder einmal aus der Schublade holt) nennen die Professoren das Rechtsprinzip: „Was alle angeht, soll auch von allen entschieden werden.“ Damit fordern sie gleichzeitig mehr synodale Strukturen auf allen Ebenen der Kirche.

Ohne eine wirkliche Analyse zu liefern, wird festgestellt, dass das „gemeindliche Leben“ erodiere. „Unter dem Druck des Priestermangels werden immer größere Verwaltungseinheiten – ‚XXL-Pfarren‘ – konstruiert, in denen Nähe und Zugehörigkeit kaum mehr erfahren werden können…Gläubige bleiben fern, wenn ihnen nicht zugetraut wird, Mitverantwortung zu übernehmen und sich in demokratischeren Strukturen an der Leitung der Gemeinde zu beteiligen…“

Können neue Strukturen das Feuer des heiligen Geistes zurückbringen, aus dem die Kirche seit dem Pfingstfest vor ca. 2000 Jahren entstanden ist? Haben wir einen Priestermangel oder in Wirklichkeit einen zunehmenden Glaubensschwund in den westlichen Industrieländern? Jemand hat errechnet, dass das Verhältnis: Anzahl der Gläubigen (=Gottesdienstbesucher) zur Anzahl der Priester Stand heute eher günstiger ist als 1980. Auch darf bei der Analyse Deutschland nicht isoliert betrachtet werden. Nach neuen Vatikanzahlen hat es 2009 weltweit 410.593 Priester gegeben: Das sind 1427 mehr als im Jahr zuvor. Gegenüber dem Jahr 1999 ist die Zahl der Priester insgesamt um 1,4 Prozent gestiegen. Das Wachstum des Weltklerus betrug in diesem Zeitraum sogar 4 Prozent; die Ordenspriester verzeichneten jedoch einen Rückgang um 3,5 Prozent. Die Entwicklungen weisen in den Kontinenten erhebliche Unterschiede auf. Während es in Nordamerika und Europa einen Rückgang von 7 bis 9 Prozent gab, weisen Afrika und Asien mit 38,5, beziehungsweise 30,5 Prozent kräftige Zuwächse auf. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde, in China, erlebt die katholische Kirche und das Christentum insgesamt ein beachtliches Wachstum. Wir in Deutschland müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass das Land der Reformation nicht (mehr) der Nabel der Weltkirche ist. – Die steigenden Priesterzahlen in Afrika und Asien sind Ausdruck einer lebendigen und wachsenden Kirche.

Appropos Strukturen: Wodurch geschah Erneuerung der Kirche? Es waren nicht die Strukturen unseres Rätesystems, sondern die geistlichen Aufbrüche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wie beispielsweise die Fokolarbewegung, die Charismatische Erneuerung und die Brüdergemeinschaft um den ermordeten Prior Frére Roger in Taizé. Gerade die Gemeinschaft von Taizé beweist die Aktualität und Zeugniskraft des gelebten Zölibats.

Und nun kommen die Theologieprofessoren mit Forderungen, deren Realisierung keine Verbesserung oder Erneuerung der Kirche erwarten lässt, sondern neue Probleme. Dies ist im ökumenischen Umfeld der katholischen Kirche ja offenkundig: Die anglikanische Kirche ist zutiefst durch die Ordination von Frauen zu Bischöfen und die Zulassung Homosexueller zum geistlichen Amt gespalten und steht vor der Zerreissprobe. Einige Bischöfe sind bereits zur römisch-katholischen Kirche übergetreten. Weitere werden – zusammen mit den Gläubigen – folgen. Auch in der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) gab es schon immer Probleme mit geschiedenen und wiederverheirateten Pfarrern. Neuerdings gibt es Spaltungen im Hinblick auf das neue Pfarrerdienstrecht: Homosexuellen Pfarrern/innen ist es grundsätzlich erlaubt, mit ihrem Partner im Pfarrhaus ihre Neigung zu leben. Heftige Proteste von acht evangelischen Altbischöfen, Theologieprofessoren und der ‚Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis‘ werden mit theologisch-biblisch nicht fundierten Aussagen zurückgewiesen.

Also, ein Nutzen dieses Memorandums ist nicht zu erkennen; vielmehr ist bereits ein großer Schaden entstanden, weil die geforderten „Neuerungen“ im Hinblick auf die Weltkirche unrealistisch sind. Nicht weniger als drei Weltbischofssynoden haben jeweils mit überwältigender Mehrheit für die Beibehaltung der priesterlichen Ehelosigkeit votiert. Das Frauenpriestertum wird es in der katholischen Kirche nicht geben, da es mit der Einsetzung des Apostelamtes durch Jesus Christus nicht in Einklang zu bringen ist.

Die Forderung nach Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und wiederverheirateter Geschiedener trägt sehr zur Desorientierung bei. Es wird mißachtet, dass praktizierte Homosexualität Sünde ist und bleibt, gleichgültig, wie sie „bemäntelt“ wird. Siehe dazu „Katechismus der Katholischen Kirche“, Artikel 2357-2359: „Keuschheit und Homosexualität“. Dort sind auch die themenrelevanten Bibelstellen aufgeführt: Gen 19,1-29; Lv 18,22 und 20,13; 1 Kor 6,9; 1 Tim 1,10.

Ich empfehle allen, die mit dem Vorstoß der Theologieprofessoren nicht konform gehen, die Petition „Pro Ecclesia“ zu unterzeichnen, die dokumentieren soll, dass viele Kirchenmitglieder sich nicht vom Zeitgeist beeinflussen lassen sondern auf das Wirken des heiligen Geistes vertrauen. – Heinz Josef Ernst

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