Iran: Abhängigkeit der Frauen soll noch verschärft werden

Frankfurt am Main. Die iranische Regierung unter Mahmud Ahmadinedschad will durch einen verschärften Gesetzentwurf „zum Schutz der Familie“ die Polygamie erleichtern und die Stellung von Frauen im Iran noch weiter schwächen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wies darauf hin, dass die Regierung mit Nachdruck versucht – gegen den erbitterten Widerstand von Frauenrechtlerinnen und Reformern – Zusätze zum Gesetz durchzusetzen. Am 30. August 2010 erklärte Parlamentspräsident Ali Laridschani, dass die umstrittenen Ergänzungen erneut an den Rechtsauschuss verwiesen sind – obwohl diese Artikel bereits vom Parlament verworfen wurden, so die IGFM.

Nach dem im Iran geltenden Rechtssystem, der Scharia, dürfen islamische Männer bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig haben. Frauen ist die Ehe mit mehreren Männern dagegen strengstens verboten. Außerdem dürfen im Iran schiitisch-muslimische Männer zeitlich befristete Ehen ohne Versorgungsansprüche gegenüber der „Ehefrau“ eingehen, z.B. für eine Nacht oder für einen Geschlechtsverkehr. Iranische Frauenrechtlerinnen kritisieren diese Praxis als religiös legitimierte Prostitution.

Fundamentalistinnen befürworten erleichterte Polygamie. Die IGFM berichtet, dass islamische Hardliner im iranischen Parlament die Streichung der von der Regierung eingebrachten Artikel 23 und 24 bemängelten. Zu dieser Gruppe gehören auch Frauen, die mit Unterstützung von Präsident Ahmadinedschad und des „Führers“ der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, Abgeordnete werden konnten. Die Sprecherin der Frauenfraktion des iranischen Parlaments, Laleh Eftekhari, rechtfertigte die Schlechterstellung von Frauen in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Mehr:

„Wir sollten nicht das nachplappern, was die internationale Gemeinschaft möchte. Nach den Geboten Gottes und der heiligen Scharia ist die Einwilligung der ersten Ehefrau zur erneuten Eheschließung nicht erforderlich.“ (…) „Die [islamischen] Rechtsgelehrten widersprechen der Notwendigkeit einer Erlaubnis durch die Ehefrau [für eine oder mehrere weitere Eheschließungen].“

Totale Abhängigkeit der Frauen. Die IGFM wies darauf hin, dass auch bei der aktuell geltenden Gesetzeslage Frauen weitere Ehen ihres Mannes nur schwer verhindern können. Durch die vom islamischen Recht geprägte gesellschaftliche und rechtliche Lage seien sie in aller Regel völlig von ihrem Ehemann abhängig und könnten von ihm ohne Angabe von Gründen und praktisch ohne Unterhalt jederzeit verstoßen werden, kritisiert die IGFM. – Quelle: IGFM, 31.08.2010

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Pakistan: Minderheiten wird Fluthilfe verweigert

Bei allen großen Spendenaufrufen, wie zuletzt für Haiti und jetzt für Pakistan, ist es zu empfehlen, nicht unbedingt den allgemeinen großen Spendentopf zu füllen. Das Problem liegt in der meist ungerechten Verteilung in den Empfängerländern, in denen Korruption herrscht und religiöse und ethnische Minderheiten bei der Hilfe ausgegrenzt oder benachteiligt werden. Wie bereits im Artikel “Pakistan: Gezielt und wirkungsvoll helfen” ausgeführt, “ist es in der islamischen Republik Pakistan in der jüngsten Vergangenheit zu mehreren schweren Übergriffen auf Christen aus religiösen Gründen gekommen. Die jetzt angelaufene internationale Hilfe soll alle Hilfebedürftigen erreichen, aber gerade die Christen in Pakistan werden es dabei sehr schwer haben. Es ist daher notwendig, ohne Aufhebens neben der großen Hilfe kleine lokale und regionale Initiativen zu unterstützen, die gezielt denjenigen helfen, denen von offizieller Seite nur zögerlich oder überhaupt nicht geholfen wird.”

Der Artikel in der Hindustan Times des Journalisten Ahmad Imtiaz aus der pakistanischen Stadt Karachi unter der Überschrift »Minorities denied flood relief in Pakistan« (»Minderheiten wird Fluthilfe in Pakistan verweigert«) bestätigt die Aussage im oben genannten Beitrag. >>> siehe auch: Floods and Minorities in Pakistan

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13. August: Gegen Vergessen und Verharmlosung

Das heutige Datum erinnert an ein Ereignis vor 49 Jahren, das einen Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen Ost und West markiert und als eine Erinnerung an Unfreiheit und Unterdrückung auf deutschem Boden in die Geschichte eingegangen ist: Der Bau der Berliner Mauer. Am 13. August 1961 hatten Volkspolizisten und Betriebskampfgruppen damit begonnen, an der Sektorengrenze Sperranlagen zu errichten.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) appellierte, die Toten und Verletzten an der innerdeutschen Grenze nicht zu vergessen. (Nach neuesten Recherchen starben mindestens 1393 Menschen, 46 mehr als bisher bekannt)

Neben der Mauer (Mauerrest und Dokumentation können an der Bernauer Straße besichtigt werden – Ausschnitt siehe Foto) gilt auch das Stasi-Gefängnis im Berliner Stadtteil Hohenschönhausen als Synonym für die

Mauerbau 1961

systematischen Menschenrechtsverletzungen des DDR-Regimes. Wie Hubertus Knabe, wissenschaftlicher Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, schreibt, wurden ab 1951 in diesem größten Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) auf menschenverachtende Weise Frauen und Männer interniert, die den Machthabern als feindliche oder staatszersetzende Elemente galten. Darunter waren Regimekritiker, politische Gegner, Republikflüchtlinge oder einfach nur Menschen, denen eine Denunziation zum Verhängnis wurde. Von der Außenwelt und den Mitgefangenen meist streng isoliert, wurden die Gefangenen anfangs mit brutalen, später mit zunehmend subtilen Methoden oft monatelang verhört, um sie zu belastenden Aussagen zu bewegen: Folter! – In dem empfehlenswerten Buch „Gefangen in Hohenschönhausen“ (List-Verlag) kommen ehemalige Häftlinge zu Wort. Ihre Berichte bieten ein anschauliches Bild der Haftbedingungen. Auch die täglichen Führungen in der Gedenkstätte werden durch ehemalige Häftlinge geleitet. Näheres >>>Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

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Knock – Ein Fingerzeig des Himmels

Die zweite Fortsetzung des Berichts über die Kulturwallfahrt nach Irland führt uns heute zum Wallfahrtsort Knock, den wir am 11. Juli 2010 aufsuchten. Dazu ein Bericht über die Erscheinung vom 21. August 1879, als Ursprung der Wallfahrt (teilweiser Auszug aus dem „Leitfaden für Wallfahrer“):

Gegen 20 Uhr erschienen Unsere Liebe Frau*, der heilige Joseph und der Evangelist Johannes am Südgiebel der Pfarrkirche in Knock. *Maria, heilige Jungfrau und Mutter Jesu; Knock ist ein „Heiligtum unserer Lieben Frau“, siehe auch Münsterkirchen wie in Villingen und Freiburg (Münster unserer Lieben Frau, oder in Kurzform „Münster ULF“)

Maria trug ein weißes Gewand, das am Hals abschloß. Ihre Händen und Augen waren in einer betenden Haltung zum Himmel erhoben. Auf dem Kopf trug sie eine strahlende Krone, und oberhalb ihrer Stirn befand sich in der Krone eine wunderschöne Rose.

Zur Rechten Mariens stand der Heilige Joseph, das Haupt gesenkt und ihr leicht zugeneigt, als ob er ihr seine Achtung erweise. Auch er trug weiße Gewänder.

Zur Linken Mariens befand sich der Evangelist Johannes, gekleidet wie ein Bischof; in seiner linken Hand hielt er ein Buch, die rechte Hand war erhoben, als ob er predigte. Auch seine Gewänder waren weiß. Hinter den Figuren rechts in der Mitte des Giebels befand sich ein großer einfacher Altar. Darauf stand ein Lamm, das nach Westen schaute und hinter dem Lamm war ein großes Kreuz. Während der Dauer der Erscheinung schwebten Engel um das Lamm.

Für die Erscheinung, die vom himmlischen Licht umgeben war, gab es fünfzehn anerkannte Augenzeugen. Unter ihnen waren Männer, Frauen und Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen. Sie alle beobachteten bei strömenden Regen zwei Stunden lang die Erscheinung, während sie den Rosenkranz beteten. Die Erscheinung wirkte so real, dass eine alte Frau, Brigid Trench, zum Giebel ging und versuchte, die Füße Mariens zu küssen. Bemerkenswert ist auch, dass weder der Giebel selbst, noch die Stelle auf dem Boden, über der die Erscheinung stattfand, nass geworden sein sollen.

Eine Untersuchungskommission, die 1879 binnen sechs Wochen vom zuständigen Erzbischof von Tuam, Dr. John MacHale, eingesetzt wurde, kam nach eingehender Befragung der Augenzeugen zu dem Befund, dass deren Aussagen „glaubwürdig und zufriedenstellend“ seien, die Erscheinung von der katholischen Kirche also anerkannt werde.

Die Veröffentlichung des Untersuchungsergebnisses in der Presse führte zu einem Andrang von Pilgern, vor allem aus Irland selbst, sowie von US-Amerikanern irischer Abstammung, von denen sich viele eine Heilung ihrer Krankheiten und Gebrechen erhofften. Der Pfarrer der Kirchengemeinde von Knock, Bartholomew Cavanagh, führte ab Oktober 1879 ein Tagebuch über die ihm berichteten Wunderheilungen.

Im Jahr 1936 kam eine weitere Untersuchungskommission nach Befragung der drei zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Augenzeugen, die ihre Angaben von 1879 bestätigten, ebenfalls zu dem Ergebnis, dass deren Aussagen „aufrichtig und vertrauenswürdig“ seien. Eine der drei Zeugen, Mrs. O’Connell lag auf dem Totenbett, als sie unter Eid ihr Zeugnis ablegte; am Ende ihrer Aussage fügte sie hinzu: „Ich bin mir völlig im Klaren über alles, was ich gesagt habe und ich mache diese Aussage mit dem Wissen, dass ich jetzt zu Gott gehe.“

Einen Schub bekam die Bedeutung von Knock als Wallfahrtsort durch den seit 1963 dort wirkenden Monsignore James Horan. Auf sein Betreiben hin wurde eine neue Basilika als Wallfahrtskirche errichtet, ‘Our Lady Queen of Ireland’ genannt, die 10.000 Gläubige

Wallfahrtskirche Knock

'Our Lady Queen of Ireland'

fassen kann (siehe Foto). Die Umgebung der Kirche wurde auf die Abfertigung einer großen Zahl von Gläubigen ausgerichtet. Horan förderte auch die Errichtung des nahe gelegenen Flughafens Ireland West Airport Knock, der am 20. Mai 1986 in Betrieb ging, wodurch die Erreichbarkeit Knocks deutlich verbessert wurde.

30. September 1979. Johannes Paul II kam zum hundertsten Jahrestag als Pilger nach Knock. Knock war „das Ziel seiner Reise nach Irland“. Er wurde dort von 500.000 Pilgern begrüßt. 1993. Auch Mutter Teresa besucht Knock. Jährlich kommen 1,5 Millionen Pilger.

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Heilige – leuchtende Vorbilder auf unserem Glaubensweg

„Möge der Weg uns zusammenführen“. Dieser Wunsch des irischen Segens (siehe Beitrag vom 20. Juli 2010) wurde durch die „Begegung“ mit irischen Heiligen während der Kulturwallfahrt der Seelsorgeeinheit Villingen-Süd ein Stück Wirklichkeit. Der Reiseleiter, Pfarrer Werner Bauer, stellte in Abständen Heilige vor, die im Süddeutschen Raum bekannt und für die Evangelisierung der Alemannen und Germanen von Bedeutung sind.

Heute: Der Heilige Gallus. Nach Gallus nennen sich die Stadt und der Kanton St. Gallen, der Ort St. Gallenkappel am Zürcher See, St. Gallenkirchen in Vorarlberg; in Prag trägt eine alte Kirche seinen Namen, seit 1880 auch der Frankfurter Stadtteil Gallus. In seinem Namen gesegneter Wein helfe bei Fieber. „St. Galli’ Wein” bezeichnet Bauernwein.

Schon der Name „Gallus“ (oder Callech) weist den Missionar als Irokelten aus. Seine Heimat ist Irland, wo er um 550 geboren wurde. Dort lebte er im berühmten Kloster Bangor und schloß sich dem heiligen Kolumban und seiner Missionsgruppe an. Aus seiner Heimat nahm er Wanderlust und Tatendrang mit und fungierte als Dolmetscher der Missionare. Sicher beherrschte er die lateinische und alemannische Sprache, in der er auch predigte. Drei Jahre weilte er in Bregenz, drei Jahre im Bodenseegebiet. Wegen seiner Krankheit konnte er nicht den Weg über die Alpen nach Italien antreten, den sein Gefährte Kolumban ging. Er blieb bei Willemar in Arbon. Von dort fand er sein Ziel, seine Klause in der Wildnis südlich des Bodensees. Man bot ihm die Bischofswürde von Konstanz an. Der Adel suchte seinen Rat und seine Hilfe. Aber Gallus kehrte zurück in seine Klause. Ein Schweigen von zwei Jahrzehnten hüllte sein Alter ein. Er soll etwa 95 Jahre alt gewesen sein, als er 640 in Arbon starb (diese Altersangabe weicht allerdings um fünf Jahre von der Differenz zwischen Geburts- und Sterbejahr ab). Zwischen Chorwand und Altar wurde er beigesetzt. Aus seiner Klause soll die mächtige Abtei Sankt Gallen entstanden sein. (Verkürzter Auszug aus: Theodor Schnitzler: „Die Heiligen im Jahr des Herrn“, Herder-Verlag).

Einzelheiten nebst Legenden über Weg und Leben des Heiligen Gallus gibt es als >>>Download

Heinz Josef Ernst

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Möge die Straße uns zusammenführen…

Irisches Kreuz

…Dieses irische Segenslied gehörte zu den Highlights bei der jüngsten Kulturwallfahrt der Seelsorgeeinheit Villingen-Süd/Schwarzwald vom 9. bis 18. Juli 2010: „Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein; sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein. Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand…“. Dieses Segenslied steht in der rechten Spalte dieser Seite über eine Youtube-Verbindung zum Abspielen bereit. Weitere Beiträge folgen. - HJE

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„Gott schütze unser Land!“

Der neu gewählte Bundespräsident, Christian Wulff wagte es – ähnlich wie erstmals Horst Köhler –, seine Antrittsrede mit den Worten: „Gott schütze unser Land!“ zu schließen. Apropos Köhler: Im Vorfeld zum 2. Ökumenischen Kirchentag (12. bis 16. Mai 2010) sagte er in einem Interview der Wochenzeitung Rheinischer Merkur zur Mission bei uns: “Meine Bitte an die christlichen Kirchen ist: Kämpfen Sie um jeden Einzelnen. Die Botschaft Gottes ist etwas Gutes, weil sie den Menschen hilft.” Über seinen eigenen Glauben sagte das ehemalige Staatsoberhaupt: “Das Christsein gibt mir Verwurzelung und Werte; es lehrt mich vor allem Demut. Ich weiß, dass ich nicht auf alles letzte Antworten habe. Der Glaube an Gott gibt mir aber Grundzuversicht, und aus dem christlichen Glauben schöpfe ich Orientierung.”

Christian Wulff  liegt wohl auf Köhlers “Wellenlänge”. Schließlich ist er seit 2005 Mitglied des Kuratoriums “ProChrist”. Leiter ist Pfarrer Ulrich Parzany aus Kassel. Zum Kuratorium gehören auch Politiker, darunter die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Im Vorfeld seiner Wahl wurde Wulff wegen seines Engagements bei den Evangelikalen heftig angegriffen und die Frage ist, ob er als Bundespräsident diese Mitgliedschaft aufrecht erhalten wird.

Unabhängig davon erwarte ich von Christian Wulff – analog zu Köhler – gute Impulse im Bereich des christlichen Bekenntnisses und hoffe gleichzeitig, dass er seine Grenzen erkennt und sich bei innerkirchlichen Diskussionen (Zölibat, …, etc.) zurückhält.

Gott schütze Sie Herr Bundespräsident, er lenke und leite Sie in Ihrem Tun! - HJE

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Es gibt keinen „Fußball-Gott“

Immer wieder hört man im Fußballstadion oder auch von TV-Sprechern den Begriff “Fußball-Gott”. Aber es gibt bekanntlich nur einen Gott, bei dem sich Fußballspieler nach dem Spiel durch Bekreuzigen und andere Gesten bedanken. Für gläubige Christen ist dies der Gott und Vater Jesu Christi, dem alleinigen Erlöser und Retter der Welt.

Die andere Frage ist, ob für den Sieg der eigenen Mannschaft gebetet wird oder werden sollte. Dies würde natürlich den Charakter der angeblich „Schönsten Nebensache“ noch mehr verändern. Bei der Fußball-WM geht es ja nicht nur um die Ehre bereits hochbezahlter Profis, als Nationalspieler für ihr Land antreten zu dürfen, sondern auch um stattliche Prämien. Dabei profitiert der Spieler bereits durch den Anstieg seines Marktwertes aufgrund eines erfolgreichen Mitwirkens. – Wenn nun beide Mannschaften um den Sieg beten: Für welche soll der Herr Partei ergreifen?

Der Tübinger Theologe und Sozialethiker Dietmar Mieth, der sich mit dem Phänomen Fußball und seinen Strukturen beschäftigt hat, sagt: „Also, ich würde nicht für die Nationalmannschaft beten, weil ich das für ein säkulares Ereignis halte. Ich würde der Nationalmannschaft alles Gute wünschen, aber ich denke, man sollte nicht Gott in das Fußballspiel hineinziehen.“

Gebetet werden kann nach meiner Auffassung dafür, dass sich alle Verantwortlichen auf den eigentlichen Stellenwert des Fußballs besinnen, dass die Ziele zwar formuliert, Trainer und Spieler aber nicht einem übertriebenen Druck ausgesetzt werden. Fairness: Auch hier gilt die Goldene Regel: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg‘ auch keinem anderen zu. Ich denke, dass viele Spieler dies ähnlich sehen und danach handeln.

Es ist positiv, wenn dem Fußball der „religiöse Touch“ genommen wird, den ihm manche Kirchenvertreter in Predigten oder durch spezielle Gottesdienste anheften. Fußball hat viele Facetten: Er fördert eine Art (positiven) Patriotismus wie anläßlich der WM, der sich u.a. in den schwarz-rot-gold beflaggten PKW’s widerspiegelt. Er kann aber im normalen Fußball-Alltag zu Ausschreitungen verleiten (was ich nicht dem Fußball selbst anlaste). Er fördert die zwanglose Kommunikation unter den Anhängern, bedingt durch eine gemeinsame, ideologiefreie Identifikation mit der eigenen Mannschaft. Der Fußball bleibt – unabhängig von allen Bewertungen – ein Massenphänomen – siehe weltweite TV-Einschaltquoten und massenhafte Teilnahme beim „Public viewing“. Was eigentlich macht die Magie des runden Leders aus? Was bringt viele Zuschauer dazu, so ausgiebig zu feiern, als ob sie damit das Wichtigste im Leben gewonnen hätten? – Der FIFA-Präsident Josef Blattner soll vor einigen Jahren über den Fußball als „größte Religion“ gesprochen haben. Anmerkung: Dann wäre er selbst quasi der bedeutendste „Papst“ …

Zum Thema Papst: Der Vorgänger Benedikt XVI., Johannes Paul II, hat den Fußball „als die schönste Nebensache“ bezeichnet. Eine Nebensache sollte nicht zu einer Hauptsache werden. Und schön ist diese Nebensache nur bei Fair Play und weniger Kommerz. – Heinz Josef Ernst

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Kindersklaven im Sudan befreit

Heute begeht die Uno den “Internationalen Tag gegen Kinderarbeit”. Damit wird an die weltweite Ausbeutung der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft erinnert. Die “Christian Solidarity International” (CSI) hat im Sudan in den letzten 15 Jahren Tausende von versklavten Kindern befreit. Die meisten von ihnen wurden von ihren Besitzern zur Arbeit gezwungen. >>>Siehe auch Welttag gegen Kinderarbeit

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Bischof Padovese: Märtyrer oder „nur“ Mordopfer?

Wurde der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz Bischof Luigi Padovese vor einer Woche aus Glaubensgründen umgebracht, oder wurde er „nur“ Opfer eines geistig Verwirrten?

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner würdigte ihn in einem Gespräch mit Radio Vatikan wie folgt:

„Das ist ein wirklicher Märtyrer, der mitten unter uns gelebt hat. Dass er ermordet wurde, das hat mich tief bewegt. Wir werden sein Vermächtnis übernehmen. Die christliche Überzeugung, dass das Blut der Märtyrer der Samen für neue Christen ist – das möge sich wirklich auch in der Türkei zeigen!“

„Noch immer tappen die Ermittler bezüglich des Mordmotivs im Dunkeln. Padoveses Chauffeur hat gestanden, den Bischof erstochen zu haben. Zunächst hatte es geheißen, die Tat sei persönlich motiviert gewesen. Jetzt wurde bekannt, dass der Täter während des Attentats „Allah ist groß“ gerufen haben soll. Also doch ein religiöses Motiv?“ Quelle: Radio Vatikan

Die Tagespost berichtet: Nach dem Mord an Bischof Luigi Padovese im türkischen Iskenderun ist Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben worden. Der 26-jährige Murat Altun, Chauffeur des Geistlichen, habe die Tat gestanden, erklärte sein Anwalt Cihan Önal. Zugleich wies Önal Darstellungen zurück, sein Mandant sei vom Islam zum Christentum übergetreten.

Der Tatverdächtige soll im Polizeiverhör gesagt haben, er sei mit der Tat einer religiösen Eingebung gefolgt. Sein Anwalt unterstrich, Altun sei geistig gestört. Das bestätigte auch die Mutter des Tatverdächtigen. Der italienische bischöfliche Pressedienst SIR meldete unter Berufung auf den Generalvikar von Iskenderun, Domenico Bertogli, Altun sei erst vor gut einem Monat wegen psychischer Probleme in klinischer Behandlung gewesen.

Laut vatikanischem Pressedienst asianews mehren sich in der katholischen Gemeinde Iskenderuns Zweifel, dass eine Geisteskrankheit die einzige Erklärung für die Bluttat sein solle. Mehrere Angriffe auf Katholiken in den vergangenen Jahren, die geistig instabilen Jugendlichen zugeschrieben worden seien, hätten später einen türkisch-nationalistischen und christenfeindlichen Hintergrund offenbart, so asianews.

Kommentar: Vor fünf Jahren wurde der Prior der ökumenischen Brüdergemeinschaft in Taizé, Frére Roger Schutz (Burgund/Frankreich), während des Gebets ermordet. Die Täterin – aus Osteuropa kommend – soll ebenfalls geisteskrank gewesen sein. Es war kein christenfeindlicher Hintergrund dabei erkennbar. In der Türkei kann es aber anders gewesen sein.

Die Behauptung einer „Geisteskrankheit“ oder eine tatsächliche Geisteskrankheit sagt noch nichts darüber aus, ob der Täter „Hintermänner“ gehabt hat, oder ob er vom allgemeinen christen-unfreundlichen Klima beeinflußt war. In Afghanistan zum Beispiel wurde einem Konvertiten vom Islam zum Christentum „Geisteskrankheit“ attestiert, um die Nichtvollstreckung der Todesstrafe zu rechtfertigen, die nach islamischem Recht fällig gewesen wäre. Ein anders gelagerter Fall, aber ein Beispiel, dass ‚Geisteskrankheit‘ oft zur Verschleierung von Tatbeständen benutzt wird.

Heinz Josef Ernst

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