Weihnachten: Erstaunliche, kostbare Gnade

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Zum Weihnachtsgeschehen paßt der bekannte Sound „Amazing grace“, der in zahlreichen Interpretationen auch bei Youtube verfügbar ist. Eine davon befindet sich rechts oben auf dieser Seite: „…how precious did this grace appear the hour I first believed…“. Erstaunliche, kostbare Gnade, die ein Mensch erfährt, wenn Jesus zum erstenmal bei ihm eintritt. Ich selbst kann dies bezeugen. Und Jesus erneuert diese (freudige) Erfahrung immer wieder, besonders auch an seinem Geburtsfest, quasi als Geschenk an den, der ihn sucht und ihm vertraut. Es ist das eigentliche, unvergleichbare Weihnachtsgeschenk!

Als ich gestern las, dass Raúl Castro knapp 3000 kubanische Häftlinge freilassen will, darunter auch politische Gefangene, kam mir die Stelle aus Jesaja 61 in den Sinn: „Der Geist des Herrn Jahwe ruht auf mir; denn Jahwe hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Armen die Frohbotschaft zu bringen, zu heilen, die gebrochenen Herzens sind; den Gefangenen Befreiung und den Gefesselten Erlösung anzukündigen…“.

Wenngleich mit „Gefangenen und Gefesselten“ zunächst diejenigen gemeint waren, die in der Fessel des Bösen, des Verlorenseins lebten, können wir trotzdem die Sendung des Messias auf die heute religiös, rassisch und politisch Verfolgten übertragen.

Diese Sendung hat er seinen Anhängern übertragen, denjenigen, die ebenfalls die Salbung empfangen haben („Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem heiligen Geist“). Gefangene befreien gehört zu den Werken der Barmherzigkeit (vgl. Matthäus 25,34 f).

An diesem Weihnachtsfest danke ich allen, die sich für Verfolgte und Gefangene einsetzen, besonders den mir bekannten Menschenrechts-Anwälten und katholischen Priestern in Pakistan, allen Kollegen/innen bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Frankfurt am Main.

In Pakistan gibt es immer noch die unselige Anwendung des Blasphemiegesetzes: Etliche – von der Anklage freigesprochene – Opfer müssen nach wie vor wegen Lebensgefahr im Untergrund leben. – Aktuell droht der Christin Asia Bibi die Hinrichtung wegen „Beleidigung des Islam“. Eine Beschreibung ihrer „Tat“ findet sich auf der downloadbaren Unterschriftenliste. Bitte unterschreiben Sie und sammeln Sie in ihrem Bekanntenkreis/Ihrer Umgebung weitere Unterschriften. Die Liste bitte an die IGFM senden – sie muß nicht komplett sein.

Bitte, helfen Sie auch dem iranischen Pastor Youcef Nadarkhani: Klicken Sie dazu bei der Petition (rechts oben) auf Unterschreiben und folgen Sie der weiteren Anleitung. Vielen Dank! – HJE 

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Nordkorea: Keine Besserung der Menschenrechtssituation zu erwarten

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Was kommt nach dem Tod des Diktators, dem Chef eines Staates, der mit einem großen Gefängnis vergleichbar ist? 

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main feststellt, hinterlässt der verstorbene Diktator Kim Jong-Il seinem Nachfolger eine niederschmetternde Eröffnungsbilanz: In dem stalinistisch regierten und hermetisch abgeschotteten Nordkorea leiden über 200.000 politische Gefangene in Zwangsarbeiterlagern. Durch die staatlich gelenkte Planwirtschaft ist Mangelversorgung an der Tagesordnung. Als Folge dieser Misswirtschaft verhungerten in Hungerkatastrophen in den letzten 15 Jahren weit über eine Million Nordkoreaner.

Aus Sicht der nordkoreanischen Führung ist das größte Verdienst des Verstorbenen, dass er die Volksrepublik 2006 zur Atommacht machen konnte und das Regime damit außenpolitisch absicherte. Offiziell befindet sich Nordkorea mit seinem „Erzfeind“, dem demokratischen Südkorea, noch immer im Kriegszustand.

Gegner der kommunistischen Einparteien-Diktatur werden für so genannte „politische Verbrechen“ in Zwangsarbeitslagern gefangen gehalten – das bekannteste ist Yodok in der Region Süd-Hamkyong mit über 50.000 Gefangenen. In diesen Lagern herrschen so katastrophale Zustände, dass die Gefangenen nach Angaben von Überläufern und Flüchtlingen oft nur wenige Jahre überleben. Satellitenaufnahmen belegen, dass die Arbeitslager in den letzten Jahren systematisch ausgebaut wurden.

IGFM: Weltweit härteste Verfolgung von Christen. Nach Einschätzung der IGFM ist das kommunistische Reich der Kim-Familie weltweit das Land, in dem Christen am härtesten verfolgt werden. Als Christen erkannte Nordkoreaner würden gezielt in Lager eingewiesen werden und dort als Sklavenarbeiter ausgebeutet. Christliche Mission werde mit Folter und gezielter Ermordung drakonisch verfolgt. Experten gehen von bis zu 70.000 inhaftierten Christen aus.

Die IGFM sieht in dem Herrscherwechsel wenig Chancen auf eine baldige Besserung für die Bevölkerung Nordkoreas: „Der Schlüssel des Menschenrechtsproblems in Nordkorea liegt in Peking. Mit schnellen positiven Veränderungen kann leider nicht gerechnet werden.“, erläutert Martin Lessenthin, der Vorstandssprecher der IGFM.

In einem Kommuniqué zum Tod Kim Jong-Ils verlangten das Zentralkomitee der Arbeiterpartei, die beiden Militärkommissionen und Nordkoreas so genanntes Parlament, dass sich alle „loyal zur Führung des verehrten Genossen Kim Jong-un verhalten” der auch den Vorsitz des Trauerkomitees übernommen hat, dem 200 der höchsten Repräsentanten aus Armee und Regierung angehören. Kim Jong-uns ältere Brüder wurden übergangen. Die den Nordkoreanern verordneten zehn Tage Staatstrauer vom 19. bis 29. Dezember und das zwei Tage währende Schweigen über den Tod des geliebten Führers haben den totalitären Regierungsstil erneut dokumentiert. Während der zehntägigen Trauer verfügt Kim Jong-un bereits alleine über die absolute staatliche Gewalt.

Nach Angabe der Vereinten Nationen fliehen daher trotz des enormen Risikos immer mehr Menschen aus der Volksrepublik. Thailand ist eines der wenigen Länder der Region, das nordkoreanische Flüchtlinge vorbehaltlos aufnimmt. Ganz anders agiert die Führung der Kommunistischen Partei Chinas. Gemäß einem 1968 geschlossenen Abkommen zwischen Peking und Pjöngjang werden nordkoreanische Flüchtlinge von China nach Nordkorea abgeschoben. Dort erwarten sie langjährige Haftstrafen, Zwangsarbeit, Folter oder sogar die Todesstrafe. >>>Informationen zur Menschenrechtslage in Nordkorea

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Jeder Tag ist ein Tag der Menschenrechte

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Jeder Tag sollte ein Tag der Menschenrechte sein, nicht nur der 10. Dezember, Jahrestag der Allgemeinen Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen im Jahre 1948.

Daher: Jeden Tag der Liebe Raum geben – dazu gehören die Werke der Barmherzigkeit, wie sie im Katechismus der katholischen Kirche, Artikel 2447, zusammengefasst sind: Gemäß Matthäus Kapitel 25 begegnen wir Christus im Armen, Hungrigen und Durstigen, Kranken, Nackten, Gefangenen und Fremden. Ihn in diesen Geringsten zu erkennen und ihm zu essen oder zu trinken zu geben, ihn im Gefängnis oder im Krankenhaus zu besuchen, sich für die Freilassung von Gefangenen einzusetzen, den Asylsuchenden nicht abzuschieben, etc., sind die sogenannten leiblichen Werke der Barmherzigkeit. Hinzu kommen die geistigen Werke der Barmherzigkeit: “Belehren, raten, trösten, ermutigen, sowie vergeben und geduldig ertragen”. 

Unter dem Titel: “Der Liebe Raum geben” bietet die Fatima-Aktion, Hauptstraße 22, 88353 Kisslegg, Tel. 07563 92003, ein Taschenbüchlein für unterwegs an, das Grundgebete, Situationsgebete, Glaubensinformationen und Infos zur Lebenshilfe enthält. Auf Seite 26 zum Beispiel sind die oben genannten Werke der Barmherzigkeit aufgeführt. – “Der Liebe Raum geben” ist ein guter Weggefährte, nicht nur für unterwegs. – HJE 

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Gegen Schmutz und Schund: „Weltbild“ ist nicht katholisch

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„Weltbild bietet in seinem Sortiment keine Pornografie an und hat dies auch noch nie getan“, hieß es in einer Erklärung. Statt sich zu den Fakten bekennen und Busse zu tun, versucht der in der Kritik stehende Verlag sich mit spitzfindigen Argumenten rein zu waschen.

Die Fakten sind indes schwerwiegend. Zu den bisherigen Veröffentlichungen, unter anderen von ‚Welt-Online‘, dem ‚Pur-Magazin‘ und der ‚Tagespost‘ kommt auch die Kritik der Frauenrechtlerin Lea Ackermann: In einem Interview (‚Die Tagespost‘ vom 12.11.11) sagt sie unter anderem: „Ich finde es ungeheuerlich, wenn ein Verlag wie Weltbild, der für religöse Themen aufgeschlossen ist, die Frau als Ware präsentiert. Das ist reine Geldmacherei mit der Ware Frau…“

Die Initiative engagierter Laien „Katholisches! Weltbild“ hatte bereits im Frühjahr 2008 eine 70seitige Dokumentation mit dem Titel: „Dürfen katholische Bistümer über eine GmbH Sexbücher, Esoterik, Magie und Satanismus verbreiten?“ an die deutschen Bischöfe gesandt (siehe auch >>>”Entweltlichung der Kirche” vom 29.10.2011.) Darin sind Titel aufgeführt, die – streng genommen – allgemein nicht als Pornografie bezeichnet werden, die aber dennoch in die Kategorie „Sünde“ gehören und mit dem christlichen Anspruch nicht vereinbar sind. Dazu Kardinal Joachim Meisner: „Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir sonntags predigen. Das ist einfach skandalös.“ Man könne nicht Besitzer eines Unternehmens sein, „das Schund und Schmutz verbreitet“. Dem kann sich der Autor dieses Beitrags nur anschließen. Er hat sich vor einigen Jahren von „Weltbild“ abgewandt, da es erotische, gewaltverherrlichende und esoterische Titel aktiv über den Verlagskatalog vermarktet hat. Ein Buch wie zum Beispiel „Sündige Spiele“ ist nicht entschuldbar und es ist grenzenlose Heuchelei, zu sagen, „wir haben so etwas nie getan“. Gleichzeitig kommt aber die Beschwichtigung, dass mit dem Einbau von Filtern in die Suchmaschinen das Auffinden fragwürdiger Titel verhindert werde. Also doch „so etwas getan“?

Ehrlichkeit, Transparenz und Konsequenzen sind jetzt gefragt, damit die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht weiter Schaden nimmt. – Heinz Josef Ernst 

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Was bedeutet ‚Entweltlichung‘ der Kirche?

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Entweltlichung? Ein Begriff, den man vergeblich im Duden sucht. Auch für Kardinal Kasper kam dieser Begriff überraschend. In einem Interview mit der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ gelang ihm jedoch unter anderem folgende Formulierung: „…dass sie sich prüfen muß, ob sie in manchem nicht zu sehr weltlichen Institutionen gleicht und sich deren Logik zu eigen macht, ob manche ihrer Strukturen noch ihrem ursprünglichem Auftrag dienen oder nicht eher zum Ballast und zum Hindernis dafür geworden sind, zu hören, was uns der Geist Gottes heute sagt.“ Unweigerlich kommt dabei einem Bibelkenner das zwölfte Kapitel des Römerbriefes in den Sinn: „Gleicht euch nicht dieser Welt an,  sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.“ (vgl. Röm 12,2)

Und dazu jetzt der Paukenschlag in „Welt-Online“ vom 25.10.2011: „Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen“. Gemeint ist der Verlag „Weltbild“, ein Medienkonzern, der zu 100 Prozent der katholischen Kirche gehört. Ich bin dem Autor des Artikels, Bernhard Müller (Chefredakteur von PUR-Magazin) dankbar, dass er die ganze Vorgeschichte darstellt: Die Bischöfe haben die schon seit Jahren vorliegenden Beschwerden von Gläubigen nicht ernstgenommen:

Schon 2008 stellten Katholiken eine 70-seitige Dokumentation über das fragwürdige Angebot des katholischen „Weltbild“-Verlages zusammen. Diese Doku ging an alle deutschen Diözesanbischöfe, deren Bistümer Miteigentümer des Verlages sind. Diese Doku weist nach, dass „Weltbild“ mit der Verbreitung von Sexbüchern, Gewaltverherrlichung, Esoterik, Magie und Satanismus eine Menge Geld verdient.

Erst, als kürzlich das Fachmagazin „buchreport“ berichtete, auf der Seite „weltbild.de“** würden unter dem Suchbegriff „Erotik“ mehr als 2500 Treffer gezählt, ist „Feuer unter dem Dach“ und man will jetzt den Vertrieb „möglicherweise pornografischer Inhalte“ durch den „Weltbild“-Verlag unterbinden.  Anmerkung: Warum nur pornografische Inhalte? Alle anderen oben aufgezählten Inhalte sind genau so verwerflich! 

Gottes Gericht beginnt im eigenen Haus. Nach dem Mißbrauchskandal mit massenhaften Kirchenaustritten hätten die Alarmglocken bei den Kirchenverantwortlichen noch schriller läuten müssen. Was hilft es der Kirche, auf den sogenannten Dialogprozess zu setzen, wenn sie nicht zu einer radikalen „Entweltlichung“ bereit ist?

Papst Benedikt ist gut informiert über die Situation der deutschen Kirche und findet immer geeignete Formulierungen in bezug auf ihre Schwachstellen. Wenn es an der nötigen Selbsterkenntnis fehlt, ist dies ein Zeichen, dass die obengenannte Schriftstelle aus dem Römerbrief nicht im Bewußtsein ist, dass das Wirken des Heiligen Geistes von Amtsträgern und Funktionären blockiert wird. Dann ist es auch nicht verwunderlich, wenn lange über den Begriff „Entweltlichung“ gerätselt wird.

Ich empfehle die Links zum >>>PUR-Magazin und zum Magazin “Katholisches” 

**auf dieser Seite war das Suchergebnis nur bis zum 24.10. nachzuvollziehen, da es am 25.10. Korrekturen an den Suchmaschinen von “Weltbild” gegeben hat. Dagegen gibt es aber auf der Seite des Verlages Droemer Knaur, an dem Weltbild zu fünfzig Prozent beteiligt ist, noch genügend Treffer! “Die Tagespost” schreibt in ihrer Ausgabe vom 27.10., dass das Problem “Weltbild” für die Bischöfe trotz Korrekturen am Filter der Suchmaschinen nicht gelöst sei. Denn: “Weltbild” ist nicht nur Vertreiber von Pornografie, Esoterik oder Buddhismus, sondern in bedeutendem Umfang Koproduzent solcher Produkte. Auch bei Droemer Knaur habe es in den vergangenen Tagen Korrekturen gegeben. Noch vor kurzem konnte man beispielsweise eine Leseprobe zu “Sündige Spiele” bekommen. – Traurig, aber wahr! 

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Sind iranische Konvertiten Verbrecher?

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Frankfurt am Main / Teheran, 20. Oktober 2011.  Die Islamische Republik Iran hat die Verfolgung von christlichen Konvertiten weiter verschärft. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, sind in der nordiranischen Stadt Rasht Ermittlungen gegen fünf Konvertiten wegen „Verbrechen gegen die öffentliche Ordnung“ aufgenommen worden. Außerdem wurde am 18. Oktober eine fünfjährige Gefängnisstrafe wegen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ gegen Pastor Benham Irani bestätigt. Pastor Irani befindet sich bereits im Gefängnis, weil er eine einjährige Haftstrafe aus einem weiteren Verfahren verbüßt: Ebenfalls wegen angeblicher „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“.

Die IGFM weist darauf hin, dass staatliche Medien der Islamischen Republik verstärkt auf die internationale Aufmerksamkeit für den wegen Abfall vom Islam zum Tode verurteilten Pastors Nadarkhani reagieren. Der Pastor einer rund 400 Mitglieder großen Konvertitengemeinde in Rasht war am 22. September 2010 wegen „Apostasie“ und „Verbreitung nichtislamischer Lehren“ von einem Revolutionsgericht zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Das Oberste Gericht der Islamischen Republik bestätigte das Urteil, leitete den Fall aber zur Begutachtung an Irans oberste Autorität weiter, den „Führer“ Ayatollah Ali Khamenei. Nachdem weltweit zahlreiche ranghohe Politiker die iranische Führung wegen des Todesurteils kritisierten und tausende Bürger an Appellen und Protestaktionen teilnahmen, verwies das Oberste Gericht das Verfahren wegen „unvollständiger Ermittlungen“ zurück an die Erstinstanz.

Iranisches Fernsehen: Westen schränkt Religionsfreiheit ein und unterdrückt Bürger. Gleichzeitig verschärften staatliche iranische Medien den Tonfall, sowohl gegen den zum Tod verurteilten Pastor Nadarkhani als auch gegen den „Westen“. In den farsisprachigen Beiträgen war davon die Rede, der Pastor habe ein „Haus des Verderbens“ geleitet. Außerdem sei er ein „Zionist und Eindringling“. Auf der englischsprachigen Homepage des staatlichen Senders PressTV wurden die Begriffe mit „Bordell“ und „Vergewaltiger“ übersetzt und verbreitet, erläutert die IGFM. In den vergangenen drei Wochen seien die neuen Vorwürfe immer vielfältiger geworden. Der Pastor sei ein „Einbrecher“, „Erpresser“, er habe angeblich ein langes Vorstrafenregister, sei aber gar kein echter Pastor und führe eine „Antiiranische Kampagne“. Außerdem sei es der „Westen“, der die Religionsfreiheit einschränke, seine Bürger unterdrücke und in dem noch nicht einmal eine „Spur“ von Gerechtigkeit zu finden sei.

Die IGFM weist darauf hin, dass dem Pastor in allen Ermittlungen und im schriftlich vorliegenden Todesurteil ausschließlich sein Abfall vom Islam und seine Pastorentätigkeit vorgeworfen worden sind. Die IGFM geht davon aus, dass die völlig neuen Anschuldigungen frei erfunden sind. Vermutlich habe die enorme internationale Aufmerksamkeit dazu beigetragen, dass das Oberste Gericht sich weigert, seine Entscheidung an Nadarkhanis Verteidiger schriftlich auszuhändigen. Sein Anwalt Mohammad Dadkhah ist einer der bedeutendsten Menschenrechtsanwälte des Irans und ein Mitstreiter von Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi. Auch er wurde wiederholt vorübergehend inhaftiert.

Die IGFM geht davon aus, dass die Islamische Republik in Zukunft wieder sorgfältig darauf achten wird, dass die tatsächlichen Verfolgungs- und Hinrichtungsgründe von Konvertiten und anderen Apostaten nicht öffentlich werden. Nach Angaben der IGFM waren Hinrichtungen und Haftstrafen von Konvertiten in den vergangenen Jahren vor allem mit nicht näher beschriebenen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ oder gegen die „öffentliche Ordnung“ begründet worden. In vielen Fällen wurde Anwälten Akteneinsicht verweigert und Urteile nicht ausgehändigt. >>>weitere Informationen zu Pastor Youcef Nadarkhani >>>zur Lage der Menschenrechte in Iran 

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Dienen bis ER kommt

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Wie lange noch dienen? Soll man nach einer Krankheit, die die Gesundheit einschränkt, aufhören? – Diese Fragen stellen sich aber leidenschaftlichen Nachfolgern Jesu Christi wie dem Heiligen Petrus Claver (1581 bis 1654) – Jesuitenmissionar in Kolumbien – kaum. Er wirkte in Cartanega, damals Zentrum des Handels mit Sklaven aus Afrika. Jeden Monat landete ein neues Schiff mit 1000 schwarzen Sklaven, zu deren Tröster, Helfer und Beschützer er sich machte. 38 Jahre arbeitete er unermüdlich als Seelsorger, Krankenpfleger und Missionar, besuchte Gefangene im Kerker und begleitete zum Tode Verurteilte. Verständlicherweise zog er sich, der sich selbst Sklave der Sklaven nannte, den Haß der Befürworter des Menschenhandels zu. Obwohl seine Kräfte vier Jahre vor seinem Tod so gut wie erschöpft waren, diente er den Menschen – halb gelähmt im Lehnstuhl sitzend – als Ratgeber und Beichtvater.

Nicht nur in der Kirchengeschichte gibt es – bis zum heutigen Tag – etliche Beispiele für solch ein heroisches Durchhalten im Dienst für Christus am Menschen. Ich denke an Ärzte, Schwestern und Priester in Entwicklungsländern, die das Letzte geben, an Menschenrechtsverteidiger, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um Gefangenen und zum Tode Verurteilten beizustehen. Zum Beispiel der im März 2011 ermordete pakistanische Minderheitenminister, Shabbaz Bhatti, der schon in 2005 – im Hinblick auf die erhaltenen Morddrohungen – sein Vermächtnis niederschrieb: „…Für Christus will ich leben und für Ihn will ich sterben. Deshalb verspüre ich keine Angst in diesem Land. Viele Male wollten mich die Extremisten ermorden oder einsperren. Sie haben mich bedroht, verfolgt und meine Familie terrorisiert. Ich aber sage: Solange ich lebe, bis zu meinem letzten Atemzug, werde ich fortfahren, Jesus zu dienen und dieser armen, leidenden Menschheit, den Christen, den Notleidenden, den Armen…” >>>Zurück zur ersten LiebeHJE

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Grund zur Dankbarkeit

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Ist es angemessen, Gott die Schuld an einer schweren Erkrankung zu geben? Oder gar, ihn wegen der Krankheit zu leugnen? Hat er jemals gesagt, dass wir von Krankheit und Tod verschont bleiben? Aber er sagt uns in der Heiligen Schrift, dass wir allezeit beten und unser Vertrauen auf ihn setzen sollen. Dann wird er uns in Not und Krankheit beistehen, wir haben dann Glück im Unglück. So habe ich es selbst erfahren. – Bedenken wir, dass das irdische Leben nur ein Tor zur Ewigkeit ist – diejenigen, die Gott für würdig befindet, mit ihm in der neuen Welt zu leben, werden keine Krankheit, kein Unglück und keine Mühsal mehr kennen.

Dankbarkeit ist die angemessene Antwort für die erfahrene Hilfe oder Bewahrung im Unglück. – Hader und Anklage finden wir bereits in den Psalmen, den Gebeten des Alten Bundes, aber auch, dass die Schreie des Betenden in tiefster Not erhört werden. – HJE

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Iran: Widerruf des christlichen Glaubens oder Exekution

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Frankfurt am Main. Glaubenswechsel kann tödlich sein: Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bekräftigt ihre Forderung, den in einer iranischen Todeszelle sitzenden Konvertiten Pastor Youcef Nadarkhani sofort und bedingungslos freizulassen. Nadarkhani wurde am 22. September 2010 aufgrund der Vorwürfe wegen „Verbreitung nichtislamischer Lehre“ und „Abfall vom islamischen Glauben“ zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Berufungsverfahren im Juli 2011 bestätigte dieses Urteil. Am 28. Juli 2011 versuchte die IGFM dem iranischen Konsul Mohammad Sadegh Abdollahi in Frankfurt 3978 Unterschriften zur Freilassung des Pastors zu übergeben; die Annahme der Listen und jegliches Gespräch wurden jedoch verweigert. Das Konsulat verwies dabei auf die Zuständigkeit der iranischen Botschaft in Berlin.

Mit dieser Übergabe sollten die iranischen Behörden das Interesse der Weltöffentlichkeit am Schicksal Nadarkhanis erfahren, dessen Verurteilung eine Verletzung des bindenden Völkervertragsrechts darstellt. IGFM-Mitarbeiter Walter Flick: „Die Entscheidungsträger im Iran müssen sich dringend des Falles Nadarkhani – stellvertretend für alle weiteren Gefangenen aus politischen oder religiösen Gründen – annehmen. Eine derartige Abweisung durch das Konsulat ist ein deutliches Signal: Man lässt sich auf keinen Austausch mit Menschenrechtsorganisation ein! Wir werden uns von dieser Reaktion nicht abschrecken lassen weiter für Pastor Youcef Nadarkhani und seine Leidensgenossen kämpfen!“

Hintergrund. Pastor Youcef Nadarkhani (geboren 1977) – im Iran zum Tode verurteilt – wurde im Dezember 2006 zum ersten Mal verhaftet. Man beschuldigte ihn des „Abfalls vom islamischen Glauben“ und der „Verbreitung nichtislamischer Lehren“. Ohne Verurteilung ließen die Behörden ihn zunächst wieder frei. Als er das durch die iranische Verfassung garantierte Recht auf Religionsfreiheit in Anspruch nehmen wollte, wurde er am 12. Oktober 2009 erneut verhaftet und befindet sich seitdem  im Gefängnis der Geheimpolizei in der Stadt Lakan.
Am 22. September 2010 verurteilte ihn die erste Kammer des Revolutionsgerichts, basierend auf den Anschuldigungen von 2006, zum Tode durch den Strang. Derzeit sitzt er in der Abteilung für politische Gefangene und darf weder Besuch von der Familie noch von seinem Anwalt, welcher Berufung einlegte, erhalten. Die dritte Kammer des Obersten Gerichtshofs von Qom bestätigte das Urteil jedoch. Man gab ihm eine weitere Möglichkeit, seinen Glauben zu widerrufen – ansonsten werde er exekutiert. Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre er seit etwa 20 Jahren der erste Konvertit, welcher aufgrund seines Glaubens hingerichtet würde, und bei welchem der Staat diesen Tatbestand als offizielle Begründung verwendete.

>>>Weitere Informationen zur Lage der Menschenrechte in Iran

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Gedenken an Widerstandskämpfer

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Zur Erinnerung an die Frauen und Männer des deutschen Widerstandes von 1933 bis 1945 fand in der Wandelhalle der Frankfurter Paulskirche am 20. Juli 2011 eine Gedenkfeier mit anschließender Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der Gewaltherrschaft statt.

Im Mittelpunkt der Ansprache des Frankfurter Stadtrates Volker Klein standen die Ereignisse um den 20. Juli 1944 mit dem Attentat auf den “Führer” Adolf Hitler. Er wies unter anderem darauf hin, dass in der Nachkriegszeit zunächst von einem “verlorenen Krieg” gesprochen wurde, später aber von der Befreiung der “Nazi-Herrschaft”. Anmerkung: Diese Befreiung kam aufgrund des missglückten Versuchs im Juli 1944 erst nach der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945. – Die Widerstandskämpfer – von vielen als Verräter angesehen – fanden erst spät ihre Anerkennung als Helden: Als Gedenktag wurde der 20. Juli im Jahre 1954 durch den Bundespräsidenten Theodor Heuss eingeführt, also zehn Jahre nach dem Geschehen. Dieses Gedächtnis sollte identitätsstiftend sein, gerade auch im Hinblick auf die Wiedereinführung einer deutschen Streitmacht, der “Bundeswehr”.

Für mich stellen sich folgende Fragen: Darf ein Christ töten, auch wenn das Opfer ein Tyrann ist? Darf er als Soldat einen Eid leisten wie die Soldaten im Dritten Reich “auf den Führer”? Muss der Mensch nicht Gott immer mehr gehorchen als einer Regierung, wenn diese Gottes Gebote übertritt? Warum sind alle Mordanschläge auf den “Führer” im “Dritten Reich” schief gelaufen? War es die himmlische Vorsehung, dass es erst zum Äußersten kommen musste? Das Maß des Strafgerichts über die Völker war wohl noch nicht voll…Beeindruckt hat mich ein Feldkreuz, dass 1945 nach dem Zusammenbruch nahe meines Geburtsortes mit der Inschrift errichtet wurde: “Jesus Christus – Herr der neuen Zeit“. Die Stifter dieses Kreuzes und mit ihnen viele andere erwarteten eine neue Ära, gekennzeichnet durch die Hinwendung zu dem, der in der Bibel auch als “Friedefürst” bezeichnet wird. Jener, der die Feindschaft durch sein Opfer am Kreuz besiegt hat.

Für mich steht aber fest, dass die Männer und Frauen des Widerstandes von 1933 bis 1945 nach ihrem Gewissen gehandelt haben, wobei hier noch zwischen gewaltfreiem und nicht gewaltfreiem Handeln zu unterscheiden ist. Aber die Männer des 20. Juli 1944 waren bereit, im Falle eines Fehlschlags ihr eigenes Leben zum Wohle des Volkes zu opfern. Ihre Tat war trotz des Scheiterns nicht vergebens: Die Kriegsgegner erkannten, dass es noch das “andere Deutschland” gab, was die Bereitschaft der Siegermächte, Deutschland wieder in die Völkergemeinschaft aufzunehmen, positiv beeinflusste. – HJE

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