Gedenken an Widerstandskämpfer

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Zur Erinnerung an die Frauen und Männer des deutschen Widerstandes von 1933 bis 1945 fand in der Wandelhalle der Frankfurter Paulskirche am 20. Juli 2011 eine Gedenkfeier mit anschließender Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der Gewaltherrschaft statt.

Im Mittelpunkt der Ansprache des Frankfurter Stadtrates Volker Klein standen die Ereignisse um den 20. Juli 1944 mit dem Attentat auf den “Führer” Adolf Hitler. Er wies unter anderem darauf hin, dass in der Nachkriegszeit zunächst von einem “verlorenen Krieg” gesprochen wurde, später aber von der Befreiung der “Nazi-Herrschaft”. Anmerkung: Diese Befreiung kam aufgrund des missglückten Versuchs im Juli 1944 erst nach der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945. – Die Widerstandskämpfer – von vielen als Verräter angesehen – fanden erst spät ihre Anerkennung als Helden: Als Gedenktag wurde der 20. Juli im Jahre 1954 durch den Bundespräsidenten Theodor Heuss eingeführt, also zehn Jahre nach dem Geschehen. Dieses Gedächtnis sollte identitätsstiftend sein, gerade auch im Hinblick auf die Wiedereinführung einer deutschen Streitmacht, der “Bundeswehr”.

Für mich stellen sich folgende Fragen: Darf ein Christ töten, auch wenn das Opfer ein Tyrann ist? Darf er als Soldat einen Eid leisten wie die Soldaten im Dritten Reich “auf den Führer”? Muss der Mensch nicht Gott immer mehr gehorchen als einer Regierung, wenn diese Gottes Gebote übertritt? Warum sind alle Mordanschläge auf den “Führer” im “Dritten Reich” schief gelaufen? War es die himmlische Vorsehung, dass es erst zum Äußersten kommen musste? Das Maß des Strafgerichts über die Völker war wohl noch nicht voll…Beeindruckt hat mich ein Feldkreuz, dass 1945 nach dem Zusammenbruch nahe meines Geburtsortes mit der Inschrift errichtet wurde: “Jesus Christus – Herr der neuen Zeit“. Die Stifter dieses Kreuzes und mit ihnen viele andere erwarteten eine neue Ära, gekennzeichnet durch die Hinwendung zu dem, der in der Bibel auch als “Friedefürst” bezeichnet wird. Jener, der die Feindschaft durch sein Opfer am Kreuz besiegt hat.

Für mich steht aber fest, dass die Männer und Frauen des Widerstandes von 1933 bis 1945 nach ihrem Gewissen gehandelt haben, wobei hier noch zwischen gewaltfreiem und nicht gewaltfreiem Handeln zu unterscheiden ist. Aber die Männer des 20. Juli 1944 waren bereit, im Falle eines Fehlschlags ihr eigenes Leben zum Wohle des Volkes zu opfern. Ihre Tat war trotz des Scheiterns nicht vergebens: Die Kriegsgegner erkannten, dass es noch das “andere Deutschland” gab, was die Bereitschaft der Siegermächte, Deutschland wieder in die Völkergemeinschaft aufzunehmen, positiv beeinflusste. – HJE

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Den geringsten Seiner Brüder dienen

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Bei meinem Einsatz für die Menschenrechte höre ich gelegentlich den Einwand: „Was kommt denn dabei heraus? Es ändert sich ja doch nichts!“ – Nun, jemand, der schnelle Erfolge erwartet, wird enttäuscht und kann leicht in Resignation verfallen. Jemand aber, der das Kapitel 25 des Matthäus-Evangeliums kennt und von Jesu Wort berührt wurde, hat für sein Tun eine andere Motivation als den schnellen Erfolg zu suchen.

Jesus nennt das Kriterium, nach dem er beim jüngsten Gericht urteilen wird: Dies ist – kurz gesagt – das Faktum, ihn in den Notleidenden erkannt zu haben oder nicht. Zu den Notleidenden zählt er die Hungrigen und Durstigen, die Fremden, Nackten, Kranken und Gefangenen. Diesen in Liebe zu begegnen sind die sogenannten  Werke der Barmherzigkeit, wie es im Katechismus der katholischen Kirche, Artikel 2447, beschrieben ist. Dort werden ‘belehren, raten, trösten, ermutigen sowie vergeben und geduldig ertragen‘ als geistliche Werke, ‚Hungrige speisen, Obdachlose beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen und Tote begraben‘ als leibliche Werke (der Barmherzigkeit) bezeichnet.

So wie Gott barmherzig ist, so sollen auch wir es sein. Wir erfüllen also sein Gebot, wenn wir im Notleidenden den (leidenden) Christus erkennen und ihm dienen. Gibt es schöneres? – HJE 

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Fronleichnam 2011 in Frankfurt: „Gib alles!“

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Der Fronleichnamstag, das Hochfest des Leibes und des Blutes Christi, wird in Frankfurt als gemeinsame Feier aller katholischen Gemeinden begangen. Die Feier beginnt auf dem Römerberg mit der Heiligen Messe und wird mit einer Prozession entlang des Mainufers fortgeführt. Nach der Abschlußandacht im Dom versammeln sich die Gläubigen auf dem Domplatz zum Essen und Trinken und fröhlichen Austausch. – Die Predigt von Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz während der heiligen Messe stand unter dem Leitwort „Gib alles“. Dieses „alles Geben“ bezog sich sowohl auf den Lobpreis, den wir Gott nach unsereren Kräften geben sollen, als auch auf den Einsatz für unseren Nächsten und auf das christliche Engagement generell. – „Gott thront über dem Lobpreis Israels“, heiße es in der Schrift: Gott sei immer größer als wir denken und wir könnten daher niemals zuviel loben oder zuviel tun. – Jesus Christus habe sich zuerst als unser Erlöser ganz und total für uns hingegeben – und tue dies immer, wenn wir ihn in der unscheinbaren und alltäglichen Gestalt des Brotes empfangen. – HJE

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Mit der IGFM auf dem Kirchentag in Dresden

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Mit einem Stand auf dem „Markt der Möglichkeiten“ präsentierte sich auch die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)“ vom 2. bis 4. Juni 2011.

Ev. Kirchentag Dresden 2011

Im Fokus stand der Einsatz für die Religionsfreiheit, einschließlich des Rechts auf Religionswechsel, sowie das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit (Artikel 18/19 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung vom 10.12.1948). – Heinz Josef Ernst

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Menschenrechte auch für Christen weltweit

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Beinahe täglich gibt es Meldungen aus islamisch dominierten Ländern über brutale Übergriffe auf Christen und kirchliche Einrichtungen. Wie aktuell die CSI berichtet, kommt es auch in Äthiopien immer wieder zu christenfeindlichen Übergriffen. So setzten Anfang März Muslimextremisten in Asendabo und Umgebung 59 Kirchen und 28 Häuser, die von Christen bewohnt wurden, in Brand. Sie vertrieben dabei mindestens 4000 Christen. Auslöser waren Gerüchte, wonach ein Christ einen Koran zerrissen haben soll. Es ist erschreckend, dass auf ein bloßes Gerücht hin (dem in der Regel kein realer Tatbestand zugrunde liegt) eine solche Gewaltanwendung überhaupt möglich ist. Die Ursache liegt in der Intoleranz des Islams gegenüber dem Christentum; dabei gibt es nicht “den Islam”, sondern moderate und extreme Ausrichtungen.

Ein anderer Schauplatz der Unfreiheit für Christen ist China. Die deutschen Bischöfe rufen die Gläubigen auf, an kommenden Dienstag (24. Mai 11) für die Anliegen der Kirche in China zu beten. Die chinesischen Christen befinden sich in einer schwierigen Lage, vor allem wegen der permanenten Einmischung des Staates in kirchliche Belange, wie zum Beispiel Bischofsernennungen, die – was die katholische Kirche anbetrifft – eine Angelegenheit der Weltkirche (Rom) sind.

Leider wird auch hier die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10.12.1948, die in Paragraf 18 den Anspruch eines jeden Menschen auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit festschreibt, mit Füßen getreten.

Josef Bordat empfiehlt auf seinem Blog die Unterzeichnung einer entsprechenden Petition für verfolgte Christen an den Deutschen Bundestag, was ich hiermit unterstütze. – Heinz Josef Ernst

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IGFM: DDR-Zuchthaus Cottbus endlich in ‚Häftlings’-Hand

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Frankfurt am Main. Als einen späten Sieg über die DDR-Diktatur feiert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die friedliche Übernahme des Zuchthaus Cottbus durch den Verein Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.. Über 200 von der IGFM zwischen 1972 bis zur Wiedervereinigung betreute Oppositionelle, Bürgerrechtler und Ausreisewillige waren in diesem Gefängnis aus politischen Gründen inhaftiert, darunter z.B. der jetzige brandenburgische Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski und der Schriftsteller Siegmar Faust. Besonders grausame Strafmaßnahmen im Zuchthaus Cottbus waren Dunkel- und Kältearrest und die Einsperrung in den von den Gefangenen so genannten „Tigerkäfigen“.

Das Zuchthaus Cottbus war in den siebziger Jahren die „klassische“ Anstalt für politische Gefangene der DDR. Sie machten ca. 80 Prozent an der Gesamtbelegung aus. Die Häftlinge mussten im Dreischicht-System für den VEB-Betrieb Pentacon Dresden, Fotoapparate zusammenbauen, die u.a. vom Versandhaus Quelle verkauft wurden, sowie für das VEB-Kunststoffwerk Spremberg arbeiten. Die meisten Transporte Richtung Bundesrepublik Deutschland mit den von der Bundesregierung freigekauften politischen DDR-Gefangenen gingen in dieser Zeit via Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) aus. Die Haftanstalt in der Bautzener Str. 138 umfasst fünf Hauptgebäude, die durch eine vier Meter hohe Mauer und eine Feuerschutzzone gesichert waren.

Das Zuchthaus Cottbus ist von ehemaligen politischen DDR-Gefangenen gekauft worden, der Umbau in eine Gedenkstätte wird aus zweckgebundenen Bundesmitteln gefördert. Die Geschäftsführerin des Vereins, Frau Sylvia Wähling, ist IGFM-Vorstandsmitglied; mehrere IGFM-Mitglieder arbeiten an der Verwirklichung des Projekts mit.

Auszug aus dem Bericht eines politischen Gefangenen, Stand 1985: Am Rande der Bezirkshauptstadt Cotbus liegt die „Strafvollzugseinrichtung“ StVe Cottbus. Der Komplex besteht aus zwei großen Zellenhäusern, zwei Produktionsstätten, dem Gebäude für den Neuzugang, einer Baracke zur Esseneinnahme, einem kleinen Krankenrevier und einer separaten Untersuchungshaftanstalt. Vor Ausbruch schützen Stacheldrahtzäune, Signaldrähte, Hundelaufanlagen, Wachtürme und eine ca. 5 m hohe Gefängnismauer.

Neuankömmlinge werden zuerst in die „Katakomben“ gebracht. Als Katakomben werden die Kellergewölbe eines Zellenhauses bezeichnet. Dort verbringt der neu Angekommene die ersten 24 Stunden in Cottbus. Für die Nacht stehen Bettgestelle, Matratzen und Decken zur Verfügung. Alles ist sehr schmutzig. Am nächsten Tag wird der Häftling „eingekleidet“ und in das Zugangsgebäude gebracht. Ein Obermeister des Wachpersonals (Spitzname Roter Terror) bereitet ihn dort auf die Haftanstalt vor, indem er versucht, ihn einzuschüchtern und zu verunsichern. Es ist die Regel, dass bei jeder Zwangsbelegung wenigstens ein Häftling geschlagen wird.

Die Häftlingskleidung besteht aus abgetragenen Armeeuniformen. Die Uniformen sind an den Ärmeln, auf dem Rücken und an den Hosenbeinen je mit einem langen, leuchtend gelben Streifen versehen.

Vom Zugang kommen die Häftlinge in der Regel nach 14 Tagen zu den Arbeitskommandos. Sie werden einem Erziehungsbereich (EB) zugeordnet. Ein EB ist ein abgeschlossener Flur mit 6 bis 8 Zellen. Für jeden EB ist ein Offizier als „Erzieher“ verantwortlich. Die Zellen werden fast ständig verschlossen gehalten.

Das Wachpersonal besteht aus Unteroffizieren, die mit Hunden, Gummiknüppeln und Knebelketten ausgerüstet sind. Ihre Verhaltensweisen sind sehr verschieden und meistens unberechenbar. (Beispiel: Ein Häftling weigerte sich, Kartoffeln zu schälen. Daraufhin wurde er von vier Mann des Wachpersonals abgeführt und zusammengeschlagen.) Einige versehen ihren Dienst in angetrunkenem Zustand. Bei Durchsuchungen der Zellen gehen sie ohne Rücksicht auf das Eigentum der Häftlinge vor. Bei Filzungen werden die Zellen regelrecht verwüstet.

Gearbeitet wird in drei Schichten in den Produktionsstätten von VEB Sprela und VEB Pentacon. Es handelt sich um sehr monotone Arbeiten an Bohr-, Stanz- und Fräsmaschinen und Drehbänken. Weiterhin mussten Gussteile von Hand mit Feilen und Schabern entgratet werden. Zum Teil fehlen Arbeitsschutzmittel und Vorrichtungen. Bei Norm-Untererfüllung drohen dem Häftling Bestrafungen. Dieser Leistungsdruck erhöht zusätzlich das Unfallrisiko. Fast jeder arbeitende Häftling ist Lärm und Staub auf extremste Art und Weise ausgesetzt. Beim VEB Pentacon werden Teile von Fotoapparaten hergestellt. So ist z.B. auch die „Praktika“, welche in der Bundesrepublik Deutschland verkauft wird, die Arbeit von politischen Häftlingen.

Durchschnittlich müssen sich elf Häftlinge eine Waschgelegenheit und 14 Häftlinge ein WC teilen. Die Waschgelegenheit besteht aus einer Spüle mit Kaltwasseranschluss. Nassrasur ist Vorschrift. Einmal wöchentlich kann geduscht werden. Die Duschen sind aber in einem sehr schlechten Zustand, fehlende Duschköpfe, teilweise verstopft usw. Meistens müssen sich mehrere Häftlinge einen Wasserstrahl teilen. Die Unterwäsche wird trotz Nummerierung in der Wäscherei vertauscht und nicht selten verschmutzt wieder ausgegeben.

Es musste niemand hungern, aber das Essen ist minderwertig und teilweise ekelerregend. Der Vitaminmangel hat zur Folge, dass jeder Häftling zumindest mit dem Verlust von Zähnen rechnen muss.

Nach einer Erkrankung können Wochen vergehen, ehe der Erkrankte dem Arzt vorgeführt wird. Die Behandlung ist dann auch noch häufig falsch oder wird ganz unterlassen. Bei Notfällen, die auf den Zellen eintraten, konnten die Häftlinge nur versuchen, sich durch Klopfen und Rufen bemerkbar zu machen. Nachts waren diese Versuche meistens ohne Erfolg.

Besuch eines Angehörigen ist alle zwei Monate in der Haftanstalt möglich. Die Gespräche werden streng überwacht. Gespräche über die Tat, den Rechtsanwalt und die Haft sind verboten. Bei einem Verstoß gegen diese Regeln wird der Besuch sofort abgebrochen. Radios sind streng verboten.

Das Zentralorgan der SED „Neues Deutschland“ und die „Junge Welt“ der FDJ werden kostenlos verteilt. Der Bezug (Kauf) einer Heimatzeitung ist möglich. Eine kleine Bücherei kann einmal wöchentlich benutzt werden. Das Erlernen von Fremdsprachen ist verboten. Der Besuch von Filmveranstaltungen ist alle zwei Monate und Fernsehen ist maximal zweimal die Woche möglich. Diese Veranstaltungen sind immer nur einem begrenzten Kreis möglich. Kleine ausgesuchte Gruppen dürfen einmal monatlich einen Plattenspieler benutzen. In unregelmäßigen Abständen ist ein Volleyballspiel möglich. Sonst ist jede sportliche Betätigung verboten.

Auf jeder Zelle ist eine Bibel. Nur wer sich auf dem Zugang als konfessionsgebunden gemeldet hatte, durfte einmal im Monat an einem Gottesdienst im Speiseraum teilnehmen. Der Erzieher kann Häftlinge aus disziplinarischen gründen vom Gottesdienst ausschließen.

Bestraft wird der Häftling bei Regelverstößen wie z.B.: keine Erfüllung der Arbeitsnorm, Arbeitsverweigerung, Weigerung am politischen Unterricht teilzunehmen, Kritik am Strafvollzug usw. Folgende Strafen sind üblich: Einkaufsreduzierung, Paketsperre, Fernsehsperre, Isolationshaft oder Arrest. Meistens werden mehrere Bestrafungen gleichzeitig gegen den Häftling ausgesprochen. (Nikolaus Fleck in der IGFM-Dokumentation: „Strafvollzug in der DDR. Hoheneck, Brandenburg, Cottbus“, 1985). Weitere Informationen unter http://www.menschenrechte.de

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Ewiges Leben? – Ist doch langweilig, oder?

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Mittlerweile glauben in Deutschland nur noch 37 Prozent an ein Leben nach dem Tod oder an die Auferstehung Jesus Christi. Dies ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Institus für soziale Fragen aus Erfurt. Sie erklärt auch die zunehmende Tendenz, die Ostertage als Urlaubs- und Reisezeit zu betrachten, sowie die Forderung von immer mehr Bundesbürgern, das Tanzparty-Verbot für stille Feiertage (Karfreitag) aufzuheben.

Bemerkenswert bei diesem Umfrage-Ergebnis ist, dass der Glaube an ein ewiges Leben mit zunehmenden Alter offenbar abnimmt: Von den unter 50-Jährigen glauben 40 Prozent an die Auferstehung und bei den über 60-Jährigen sind es nur noch 31 Prozent. Jedoch decken sich diese Prozentzahlen nicht mit denen der Antworten zur Frage nach der Gottgläubigkeit: Wenn sich 62 Prozent der Befragten als „gottgläubig“ bezeichnen, heißt das doch, dass diese nicht alle an die Auferstehung glauben. Also, ein reiner Diesseits-Glaube, der mit dem christlichen Glauben eigentlich nichts zu tun hat.

Was könnte also der Grund für die abnehmende Tendenz beim Glauben an die Auferstehung und an das Ewige Leben sein? Da ist zunächst der Glaubensschwund an die Auferstehung Jesu Christi, der auch durch historisch-kritische Hinterfragungen gefördert wird. Die Auferstehung wird oft nicht mehr als zentrale Botschaft verkündet, mit der der Glaube steht oder fällt. Paulus: Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist auch der Glaube hinfällig!

Auch ein Grund für den Glaubensschwund scheint mir die falsche Vorstellung über das „Wie“ des Ewigen Lebens zu sein. Es gibt bei vielen Zeitgenossen die Meinung, dass Ewiges Leben einfach eine unendliche Verlängerung des jetzigen Lebens ist. Je älter Menschen werden und je mehr sie „genug vom Leben“ haben, desto eher wünschen sie sich keine „Fortsetzung“ nach dem Tod. Ich hörte selbst Aussagen wie: „Ewiges Leben? – Wie langweilig!“ oder „Es ist noch niemand zurück gekommen“. – Alles menschlich gedacht! Aber es handelt sich hier um eine geheimnisvolle, verborgene Weisheit Gottes, wie Paulus im ersten Korintherbrief schreibt: „… wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. (vgl. 1 Kor 2,7-9)

Papst Benedikt XVI hat am 10.04.2011 beim Angelus-Gebet den christlichen Glauben an die Auferstehung und an ein Leben nach dem Tod bekräftigt. Er unterstrich, dass diese Wirklichkeit die Grenzen der Vernunft übersteige und einen Glaubensakt erfordere. Der Glaube an eine Auferstehung von den Toten sei auch unter Christen oft Gegenstand von Zweifel und Verwirrung. Die Auferstehung sei keine Rückkehr zum vorherigen Leben, sondern durch sie eröffnne sich eine neue Wirklichkeit, eine „neue Erde“.

Der Papst ging noch auf die frohe Botschaft des fünften Fastensonntags ein. Diese berichtet vom gläubigen Bekenntnis der Marta und der Auferweckung ihres verstorbenen Bruders Lazerus. Beides steht in einem tiefen Zusammenhang: Wer sich zu Christus, dem Sohn Gottes, bekennt, erhält das Leben. Auch zu uns sagt der Herr: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“. Durch die Taufe haben wir Anteil an diesem neuen Leben in Christus; so wollen wir unseren Mitmenschen bezeugen: Christus ist die Auferstehung und das Leben für die Welt.” (rv 10.04.2011) – HJE

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Fasten – aber wie?

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Am Aschermittwoch beginnt bekanntlich die vierzig-tägige Vorbereitungszeit auf die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi an Ostern, auch ‚Österliche Bußzeit‘ genannt.

Diese Vorbereitungszeit ist bei uns vor allem als „Fastenzeit“ bekannt und erinnert damit an die früher übliche strenge Form des Nahrungsverzichts in diesem Zeitraum – in Anlehnung an das Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4,1-11). Von dieser früheren Form sind heute nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag als Fast- und Abstinenztage übriggeblieben.

Es haben sich verschiedene Formen, Bedeutungsinhalte und Motive zum Fasten entwickelt. Unter ‚Fasten‘ kann man ein strenges Fasten bei Wasser und Brot verstehen, aber auch ‚nur‘ Verzicht auf Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin. Es wird auch von „Autofasten“ und „Fernsehfasten“ gesprochen, es sind Beispiele für moderne Formen des Verzichts auf liebgewordene Gewohnheiten. Die Beweggründe zum „Fasten“ sind unterschiedlich: Selbstfindung, Heilfasten zum Schlankwerden; Hungerstreik, um die Änderung einer bestimmten Situation zu erzwingen.

Es liegt wohl am Zeitgeist, dass die Begriffe Sünde, Buße und Vergebung kaum noch vorkommen. Wenn „Sünde“ überhaupt vorkommt, dann meist in Verbindung mit dem Verzehr von Süßigkeiten oder beim Zuviel-Essen. Aber vielleicht ändert sich dies: In der letztjährigen Fastenzeit erweckte der „Spiegel“ mit einem Artikel von Matthias Matussek über die „Macht der Sünde“ diesbezüglich neue Aufmerksamkeit. Siehe dazu meinen Beitrag auf der Seite „Freude am Glauben“: >>>“Mit Jesus wird es gelingen“. Papst Benedikt bestätigt das ‚Nichtreden‘ von der Sünde, wenn er sagt: „Viele akzeptieren nicht die Rede von der Sünde. Und dies sei auch verständlich, denn ein Sündenbewußtsein könne es nur geben, wenn man eine religiöse Weltsicht und ein entsprechendes Bild vom Menschen habe. Gott stelle sich gegen die Sünde, so der Papst, und habe mit der Menschwerdung seines Sohnes die Menschheit von der Herrschaft Satans befreit, der die Ursache und der Grund alles Bösen ist.“

Also, Gott hat bereits alles für unser Heil getan. Das entbindet uns aber nicht von der Notwendigkeit, unsere Sünden zu erkennen, zu bekennen und um Verzeihung zu bitten. Vor allem sollen wir uns vom lebendigen Wort Gottes nähren. Jesus sagt dem Versucher in der Wüste: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4).

Das Fasten – in welcher Form auch immer – besteht im Kern darin, uns innerlich von all den Dingen zu lösen, die uns zu sehr in ihren Bann ziehen, wie bestimmte Gewohnheiten, die mitunter zwanghaft, aber verzichtbar sind. Dann werden wir freier für das Gespräch mit Gott, für Werke der Nächstenliebe und können in Freude die Auferstehung an Ostern feiern. – Heinz Josef Ernst

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IGFM: “Keine Toleranz mit den neuen Zensoren – für freien Zugang zu Informationen”

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Bonn. Unter dem Motto “Keine Toleranz mit den neuen Zensoren – für freien Zugang zu Informationen” findet im Gustav-Stresemann-Institut vom 19. – 20. März 2011 die 39. Jahresversammlung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) statt. Es kommen Menschenrechtler aus Europa, Asien, Afrika, Nord- und Mittelamerika zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, sich kennenzulernen und Aktionen zu entwickeln. In den Arbeitskreisen China, Iran, Kuba und Religionsfreiheit wird die jeweilige Situation mit sachkundigen Experten und Zeugen erörtert. – Die Einladung richtet sich an Interessenten und Mitglieder >>> Programm und Anmeldung. – Heinz Josef Ernst

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Memorandum katholischer Theologen: Nützlich oder schädlich?

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Die Veränderung der Kirche soll das Ziel eines Appells an die deutschen Bischöfe sein, mit dem 200 Theologieprofessoren die Lockerung des Zölibats und die Einführung des Frauenpriestertums fordern. „Draufgesattelt“ ist die Forderung nach Anerkennung homosexueller Partnerschaften und wiederverheirateten Geschiedenen. Die Lockerung des Zölibats wird in der Weise gefordert, dass auch verheiratete, „bewährte Männer“ (viri probati) zur Weihe zugelassen werden.

Als Rechtfertigung für ihren Vorstoß (der inhaltlich nichts Neues bringt, sondern bekannte Forderungen wieder einmal aus der Schublade holt) nennen die Professoren das Rechtsprinzip: „Was alle angeht, soll auch von allen entschieden werden.“ Damit fordern sie gleichzeitig mehr synodale Strukturen auf allen Ebenen der Kirche.

Ohne eine wirkliche Analyse zu liefern, wird festgestellt, dass das „gemeindliche Leben“ erodiere. „Unter dem Druck des Priestermangels werden immer größere Verwaltungseinheiten – ‚XXL-Pfarren‘ – konstruiert, in denen Nähe und Zugehörigkeit kaum mehr erfahren werden können…Gläubige bleiben fern, wenn ihnen nicht zugetraut wird, Mitverantwortung zu übernehmen und sich in demokratischeren Strukturen an der Leitung der Gemeinde zu beteiligen…“

Können neue Strukturen das Feuer des heiligen Geistes zurückbringen, aus dem die Kirche seit dem Pfingstfest vor ca. 2000 Jahren entstanden ist? Haben wir einen Priestermangel oder in Wirklichkeit einen zunehmenden Glaubensschwund in den westlichen Industrieländern? Jemand hat errechnet, dass das Verhältnis: Anzahl der Gläubigen (=Gottesdienstbesucher) zur Anzahl der Priester Stand heute eher günstiger ist als 1980. Auch darf bei der Analyse Deutschland nicht isoliert betrachtet werden. Nach neuen Vatikanzahlen hat es 2009 weltweit 410.593 Priester gegeben: Das sind 1427 mehr als im Jahr zuvor. Gegenüber dem Jahr 1999 ist die Zahl der Priester insgesamt um 1,4 Prozent gestiegen. Das Wachstum des Weltklerus betrug in diesem Zeitraum sogar 4 Prozent; die Ordenspriester verzeichneten jedoch einen Rückgang um 3,5 Prozent. Die Entwicklungen weisen in den Kontinenten erhebliche Unterschiede auf. Während es in Nordamerika und Europa einen Rückgang von 7 bis 9 Prozent gab, weisen Afrika und Asien mit 38,5, beziehungsweise 30,5 Prozent kräftige Zuwächse auf. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde, in China, erlebt die katholische Kirche und das Christentum insgesamt ein beachtliches Wachstum. Wir in Deutschland müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass das Land der Reformation nicht (mehr) der Nabel der Weltkirche ist. – Die steigenden Priesterzahlen in Afrika und Asien sind Ausdruck einer lebendigen und wachsenden Kirche.

Appropos Strukturen: Wodurch geschah Erneuerung der Kirche? Es waren nicht die Strukturen unseres Rätesystems, sondern die geistlichen Aufbrüche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wie beispielsweise die Fokolarbewegung, die Charismatische Erneuerung und die Brüdergemeinschaft um den ermordeten Prior Frére Roger in Taizé. Gerade die Gemeinschaft von Taizé beweist die Aktualität und Zeugniskraft des gelebten Zölibats.

Und nun kommen die Theologieprofessoren mit Forderungen, deren Realisierung keine Verbesserung oder Erneuerung der Kirche erwarten lässt, sondern neue Probleme. Dies ist im ökumenischen Umfeld der katholischen Kirche ja offenkundig: Die anglikanische Kirche ist zutiefst durch die Ordination von Frauen zu Bischöfen und die Zulassung Homosexueller zum geistlichen Amt gespalten und steht vor der Zerreissprobe. Einige Bischöfe sind bereits zur römisch-katholischen Kirche übergetreten. Weitere werden – zusammen mit den Gläubigen – folgen. Auch in der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) gab es schon immer Probleme mit geschiedenen und wiederverheirateten Pfarrern. Neuerdings gibt es Spaltungen im Hinblick auf das neue Pfarrerdienstrecht: Homosexuellen Pfarrern/innen ist es grundsätzlich erlaubt, mit ihrem Partner im Pfarrhaus ihre Neigung zu leben. Heftige Proteste von acht evangelischen Altbischöfen, Theologieprofessoren und der ‚Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis‘ werden mit theologisch-biblisch nicht fundierten Aussagen zurückgewiesen.

Also, ein Nutzen dieses Memorandums ist nicht zu erkennen; vielmehr ist bereits ein großer Schaden entstanden, weil die geforderten „Neuerungen“ im Hinblick auf die Weltkirche unrealistisch sind. Nicht weniger als drei Weltbischofssynoden haben jeweils mit überwältigender Mehrheit für die Beibehaltung der priesterlichen Ehelosigkeit votiert. Das Frauenpriestertum wird es in der katholischen Kirche nicht geben, da es mit der Einsetzung des Apostelamtes durch Jesus Christus nicht in Einklang zu bringen ist.

Die Forderung nach Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und wiederverheirateter Geschiedener trägt sehr zur Desorientierung bei. Es wird mißachtet, dass praktizierte Homosexualität Sünde ist und bleibt, gleichgültig, wie sie „bemäntelt“ wird. Siehe dazu „Katechismus der Katholischen Kirche“, Artikel 2357-2359: „Keuschheit und Homosexualität“. Dort sind auch die themenrelevanten Bibelstellen aufgeführt: Gen 19,1-29; Lv 18,22 und 20,13; 1 Kor 6,9; 1 Tim 1,10.

Ich empfehle allen, die mit dem Vorstoß der Theologieprofessoren nicht konform gehen, die Petition „Pro Ecclesia“ zu unterzeichnen, die dokumentieren soll, dass viele Kirchenmitglieder sich nicht vom Zeitgeist beeinflussen lassen sondern auf das Wirken des heiligen Geistes vertrauen. – Heinz Josef Ernst

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