Fasten – aber wie?

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Am Aschermittwoch beginnt bekanntlich die vierzig-tägige Vorbereitungszeit auf die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi an Ostern, auch ‚Österliche Bußzeit‘ genannt.

Diese Vorbereitungszeit ist bei uns vor allem als „Fastenzeit“ bekannt und erinnert damit an die früher übliche strenge Form des Nahrungsverzichts in diesem Zeitraum – in Anlehnung an das Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4,1-11). Von dieser früheren Form sind heute nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag als Fast- und Abstinenztage übriggeblieben.

Es haben sich verschiedene Formen, Bedeutungsinhalte und Motive zum Fasten entwickelt. Unter ‚Fasten‘ kann man ein strenges Fasten bei Wasser und Brot verstehen, aber auch ‚nur‘ Verzicht auf Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin. Es wird auch von „Autofasten“ und „Fernsehfasten“ gesprochen, es sind Beispiele für moderne Formen des Verzichts auf liebgewordene Gewohnheiten. Die Beweggründe zum „Fasten“ sind unterschiedlich: Selbstfindung, Heilfasten zum Schlankwerden; Hungerstreik, um die Änderung einer bestimmten Situation zu erzwingen.

Es liegt wohl am Zeitgeist, dass die Begriffe Sünde, Buße und Vergebung kaum noch vorkommen. Wenn „Sünde“ überhaupt vorkommt, dann meist in Verbindung mit dem Verzehr von Süßigkeiten oder beim Zuviel-Essen. Aber vielleicht ändert sich dies: In der letztjährigen Fastenzeit erweckte der „Spiegel“ mit einem Artikel von Matthias Matussek über die „Macht der Sünde“ diesbezüglich neue Aufmerksamkeit. Siehe dazu meinen Beitrag auf der Seite „Freude am Glauben“: >>>“Mit Jesus wird es gelingen“. Papst Benedikt bestätigt das ‚Nichtreden‘ von der Sünde, wenn er sagt: „Viele akzeptieren nicht die Rede von der Sünde. Und dies sei auch verständlich, denn ein Sündenbewußtsein könne es nur geben, wenn man eine religiöse Weltsicht und ein entsprechendes Bild vom Menschen habe. Gott stelle sich gegen die Sünde, so der Papst, und habe mit der Menschwerdung seines Sohnes die Menschheit von der Herrschaft Satans befreit, der die Ursache und der Grund alles Bösen ist.“

Also, Gott hat bereits alles für unser Heil getan. Das entbindet uns aber nicht von der Notwendigkeit, unsere Sünden zu erkennen, zu bekennen und um Verzeihung zu bitten. Vor allem sollen wir uns vom lebendigen Wort Gottes nähren. Jesus sagt dem Versucher in der Wüste: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4).

Das Fasten – in welcher Form auch immer – besteht im Kern darin, uns innerlich von all den Dingen zu lösen, die uns zu sehr in ihren Bann ziehen, wie bestimmte Gewohnheiten, die mitunter zwanghaft, aber verzichtbar sind. Dann werden wir freier für das Gespräch mit Gott, für Werke der Nächstenliebe und können in Freude die Auferstehung an Ostern feiern. – Heinz Josef Ernst

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IGFM: “Keine Toleranz mit den neuen Zensoren – für freien Zugang zu Informationen”

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Bonn. Unter dem Motto “Keine Toleranz mit den neuen Zensoren – für freien Zugang zu Informationen” findet im Gustav-Stresemann-Institut vom 19. – 20. März 2011 die 39. Jahresversammlung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) statt. Es kommen Menschenrechtler aus Europa, Asien, Afrika, Nord- und Mittelamerika zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, sich kennenzulernen und Aktionen zu entwickeln. In den Arbeitskreisen China, Iran, Kuba und Religionsfreiheit wird die jeweilige Situation mit sachkundigen Experten und Zeugen erörtert. – Die Einladung richtet sich an Interessenten und Mitglieder >>> Programm und Anmeldung. – Heinz Josef Ernst

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Memorandum katholischer Theologen: Nützlich oder schädlich?

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Die Veränderung der Kirche soll das Ziel eines Appells an die deutschen Bischöfe sein, mit dem 200 Theologieprofessoren die Lockerung des Zölibats und die Einführung des Frauenpriestertums fordern. „Draufgesattelt“ ist die Forderung nach Anerkennung homosexueller Partnerschaften und wiederverheirateten Geschiedenen. Die Lockerung des Zölibats wird in der Weise gefordert, dass auch verheiratete, „bewährte Männer“ (viri probati) zur Weihe zugelassen werden.

Als Rechtfertigung für ihren Vorstoß (der inhaltlich nichts Neues bringt, sondern bekannte Forderungen wieder einmal aus der Schublade holt) nennen die Professoren das Rechtsprinzip: „Was alle angeht, soll auch von allen entschieden werden.“ Damit fordern sie gleichzeitig mehr synodale Strukturen auf allen Ebenen der Kirche.

Ohne eine wirkliche Analyse zu liefern, wird festgestellt, dass das „gemeindliche Leben“ erodiere. „Unter dem Druck des Priestermangels werden immer größere Verwaltungseinheiten – ‚XXL-Pfarren‘ – konstruiert, in denen Nähe und Zugehörigkeit kaum mehr erfahren werden können…Gläubige bleiben fern, wenn ihnen nicht zugetraut wird, Mitverantwortung zu übernehmen und sich in demokratischeren Strukturen an der Leitung der Gemeinde zu beteiligen…“

Können neue Strukturen das Feuer des heiligen Geistes zurückbringen, aus dem die Kirche seit dem Pfingstfest vor ca. 2000 Jahren entstanden ist? Haben wir einen Priestermangel oder in Wirklichkeit einen zunehmenden Glaubensschwund in den westlichen Industrieländern? Jemand hat errechnet, dass das Verhältnis: Anzahl der Gläubigen (=Gottesdienstbesucher) zur Anzahl der Priester Stand heute eher günstiger ist als 1980. Auch darf bei der Analyse Deutschland nicht isoliert betrachtet werden. Nach neuen Vatikanzahlen hat es 2009 weltweit 410.593 Priester gegeben: Das sind 1427 mehr als im Jahr zuvor. Gegenüber dem Jahr 1999 ist die Zahl der Priester insgesamt um 1,4 Prozent gestiegen. Das Wachstum des Weltklerus betrug in diesem Zeitraum sogar 4 Prozent; die Ordenspriester verzeichneten jedoch einen Rückgang um 3,5 Prozent. Die Entwicklungen weisen in den Kontinenten erhebliche Unterschiede auf. Während es in Nordamerika und Europa einen Rückgang von 7 bis 9 Prozent gab, weisen Afrika und Asien mit 38,5, beziehungsweise 30,5 Prozent kräftige Zuwächse auf. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde, in China, erlebt die katholische Kirche und das Christentum insgesamt ein beachtliches Wachstum. Wir in Deutschland müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass das Land der Reformation nicht (mehr) der Nabel der Weltkirche ist. – Die steigenden Priesterzahlen in Afrika und Asien sind Ausdruck einer lebendigen und wachsenden Kirche.

Appropos Strukturen: Wodurch geschah Erneuerung der Kirche? Es waren nicht die Strukturen unseres Rätesystems, sondern die geistlichen Aufbrüche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wie beispielsweise die Fokolarbewegung, die Charismatische Erneuerung und die Brüdergemeinschaft um den ermordeten Prior Frére Roger in Taizé. Gerade die Gemeinschaft von Taizé beweist die Aktualität und Zeugniskraft des gelebten Zölibats.

Und nun kommen die Theologieprofessoren mit Forderungen, deren Realisierung keine Verbesserung oder Erneuerung der Kirche erwarten lässt, sondern neue Probleme. Dies ist im ökumenischen Umfeld der katholischen Kirche ja offenkundig: Die anglikanische Kirche ist zutiefst durch die Ordination von Frauen zu Bischöfen und die Zulassung Homosexueller zum geistlichen Amt gespalten und steht vor der Zerreissprobe. Einige Bischöfe sind bereits zur römisch-katholischen Kirche übergetreten. Weitere werden – zusammen mit den Gläubigen – folgen. Auch in der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) gab es schon immer Probleme mit geschiedenen und wiederverheirateten Pfarrern. Neuerdings gibt es Spaltungen im Hinblick auf das neue Pfarrerdienstrecht: Homosexuellen Pfarrern/innen ist es grundsätzlich erlaubt, mit ihrem Partner im Pfarrhaus ihre Neigung zu leben. Heftige Proteste von acht evangelischen Altbischöfen, Theologieprofessoren und der ‚Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis‘ werden mit theologisch-biblisch nicht fundierten Aussagen zurückgewiesen.

Also, ein Nutzen dieses Memorandums ist nicht zu erkennen; vielmehr ist bereits ein großer Schaden entstanden, weil die geforderten „Neuerungen“ im Hinblick auf die Weltkirche unrealistisch sind. Nicht weniger als drei Weltbischofssynoden haben jeweils mit überwältigender Mehrheit für die Beibehaltung der priesterlichen Ehelosigkeit votiert. Das Frauenpriestertum wird es in der katholischen Kirche nicht geben, da es mit der Einsetzung des Apostelamtes durch Jesus Christus nicht in Einklang zu bringen ist.

Die Forderung nach Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und wiederverheirateter Geschiedener trägt sehr zur Desorientierung bei. Es wird mißachtet, dass praktizierte Homosexualität Sünde ist und bleibt, gleichgültig, wie sie „bemäntelt“ wird. Siehe dazu „Katechismus der Katholischen Kirche“, Artikel 2357-2359: „Keuschheit und Homosexualität“. Dort sind auch die themenrelevanten Bibelstellen aufgeführt: Gen 19,1-29; Lv 18,22 und 20,13; 1 Kor 6,9; 1 Tim 1,10.

Ich empfehle allen, die mit dem Vorstoß der Theologieprofessoren nicht konform gehen, die Petition „Pro Ecclesia“ zu unterzeichnen, die dokumentieren soll, dass viele Kirchenmitglieder sich nicht vom Zeitgeist beeinflussen lassen sondern auf das Wirken des heiligen Geistes vertrauen. – Heinz Josef Ernst

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Beten und Fasten für die Rettung der Blasphemieopfer

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Lahore/Pakistan. Den 30. Januar 2011 wollen die Christen Pakistans als Gebets- und Fasttag für den Frieden im Land und die Freiheit für Asia Bibi begehen. Die 45jährige Christin und Mutter von fünf Kindern befindet sich seit Juni 2009 in Haft und wurde 2010 wegen angeblicher Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tode verurteilt. Die Christen des Landes wollen damit eine Antwort auf den Marsch islamischer Fundamentalisten geben, die für denselben Tag einen nationalen Protest für die Hinrichtung der Christin und gegen eine Änderung des berüchtigten Blasphemiegesetzes angekündigt haben.

Das Problem im Hinblick auf Asia Bibi (ebenso wie bei anderen Blasphemieopfern) ist, dass sie selbst nach einem möglichen Freispruch im bevorstehenden Berufungsverfahren in absoluter Lebensgefahr schwebt. Wer bei den Islamisten einmal auf der Todesliste steht, hat an keinem Ort des Landes mehr Sicherheit. Auch im Gefängnis besteht die Gefahr der Ermordung. Daher wurde Asia Bibi in eine Einzelzelle mit Wächtern und Videoüberwachung gebracht. Eine Menschenrechtsorganisation in Pakistan fordert zudem, die Berufsverhandlung im Gefängnis durchzuführen, weil selbst der Transport zum Gerichtsgebäude eine Sicherheitslücke darstellt.

Ich selbst hatte vor einigen Tagen Besuch von einem pakistanischen Priester, der auch für den interreligiösen Dialog mit dem Islam und anderen Bekenntnissen zuständig ist. Er konnte in seiner Diözese durch Mund-zu-Mund-Kommunikation und durch Versenden von eMails die von Muslimen geplante Demo gegen Papst Benedikt fast verhindern. Es waren dann nur wenige Demonstranten zusammengekommen (Der Papst war wegen seines Gnadengesuchs für Asia Bibi an den Staatspräsidenten Asif Ali Zardari ins Visier der Islamisten geraten).

Alle Christen in Pakistan, angefangen bei den Blasphemieopfern, die im Verborgenen leben müssen, den Menschenrechtsanwälten, den Mitarbeitern bei Justice & Peace (Gerechtigkeit und Frieden), bis hin zu Priestern und Bischöfen, brauchen Stärkung auch durch unser Gebet, nicht nur am 30. Januar 2011. – Heinz Josef Ernst

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2010: Ein Jahr der Märtyrer

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Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit 23 katholische Seelsorger gewaltsam ums Leben gekommen. Das geht aus dem Jahresschlußbericht der vatikanischen Nachrichtenagentur Fides hervor. Die Getöteten waren ein Bischof, fünfzehn Priester, zwei Ordensleute, zwei Seminaristen und drei Laien. Pater Vito Del Prete ist der Leiter von Fides:

„Die Kirche ist aus dem Blut geworden und legt mit dem Blut Zeugnis ab. In dieser Hinsicht ist die Verfolgung derzeit in vielen Teilen der Welt wieder zu einer charakteristischen Note der Kirche geworden, die ihre Natur wieder hervorstechen läßt. Vor allem Pakistan ist derzeit ein Ort der Evangelisierung im Blut: Viele einfache Christen haben dort keine Angst, im Angesicht fundamentalistischer islamischer Gruppen Christus zu bezeugen. Hier werden nicht nur Christen getötet, sondern auch viele Kirchen verbrannt und viele Christen zur Flucht gezwungen. Und dieses Phänomen gilt für viele Christen in Asien: auch in Burma. Selbst wenn keiner davon spricht, werden auch dort Christen diskriminiert, zur Flucht gezwungen und manchmal sogar getötet – das erfährt dann allerdings niemand draußen in der Welt.“ (rv 31.12.2010 sk)

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Warum gerade zu Weihnachten schreiben?

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Es gibt kein Fest im Jahr, zu dem so viele Menschen das Bedürfnis haben, jemanden zu schreiben und gute Wünsche zu übermitteln, wie zu Weihnachten. Dies, obwohl jeder Zweite nicht weiß, was da eigentlich gefeiert wird und warum Geschenke gekauft werden. >>>Siehe dazu meinen Beitrag: „Weihnachten – eine ungeheuerliche Revolution“ vom 11.12.2010.

Für die meisten ist es ein Familienfest, verbunden mit dem obligatorischen Weihnachtsbaum, gutem Essen und Trinken. Auch im Geschäftsleben werden – wie zu keinem anderen Fest – Gruß- und Dankbriefe an Geschäftspartner geschrieben und Geschenke versandt. Es gibt sogenannte Weihnachtsfeiern mit nicht weihnachtlicher Musik und mehr oder weniger „leichter“ Unterhaltung. Aber ist das ein Grund, Weihnachten selbst als ein „Fest der Sünde“ zu bezeichnen, wie es eine Organisation radikaler Muslime in London behauptet?

Wie die Tageszeitung „Daily Mail“ berichtet, listen die Organisatoren in einer Plakataktion „die zwölf Sünden von Weihnachten“ auf. Das Fest sei mitverantwortlich für Alkoholmissbrauch, Promiskuität, Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Pädophilie und Vandalismus. Eine weitere Beleidigung sei die „behauptete Botschaft“ von Weihnachten, dass „Gott einen Sohn hat”.

Wie auch von Sekten praktiziert, versuchen islamische Gruppen die Verfehlungen anderer für ihre Mission zu nutzen und argumentieren dabei unredlich; denn gesündigt wird das ganze Jahr über, wobei der islamische Bereich keine Ausnahme bildet. Nicht das Fest ist verantwortlich für die Sünde, sondern der Unglaube eines großen Teils der Bevölkerung.

Dann wird das islamisch-koranische Unverständnis gegenüber der Gottessohnschaft Jesu Christi kundgetan: Die „Behauptung“ dieser Sohnschaft sei eine „Beleidigung“. – Wer wird denn damit beleidigt? – Dass Muslime stets die leicht Beleidigten sind, erleben wir täglich. Ich denke hier nicht nur an den Karrikaturenstreit, der schon unschuldige Opfer gefordert hat, sondern an die häufigen Blasphemievorwürfe wie zum Beispiel in Pakistan, bei denen die Angeklagten selbst nach erfolgtem Freispruch noch bedroht sind und sich verstecken müssen.

Dagegen steht die Dreistigkeit des Initiators der Anti-Weihnachten-Kampagne in London, der 27jährige Abu Rumaysah: „Es macht mir nichts aus, wenn ich Christen dadurch beleidige: Weihnachten ist eine Lüge, und als Muslime haben wir die Pflicht, diese anzuprangern.“ Diese Haltung dokumentiert den absoluten Wahrheitsanspruch des Islam. Abu Rumaysah und andere missionarisch tätige Muslime können bei uns im Westen die Religionsfreiheit genießen, ohne Übergriffe befürchten zu müssen.

Aber, muß sich ein Christ überhaupt „beleidigt“ fühlen? Sein Glaube sollte durch eine solche Kampagne nicht ins Wanken kommen. Die Heilige Schrift sagt uns, dass derjenige, der den Sohn leugnet, auch den Vater nicht hat (1. Johannesbrief 2,23). Also: Vater und Sohn sind im Heiligen Geist untrennbar verbunden. Das ist unser Glaube, der auf dem Zeugnis der Apostel und der Heiligen Schrift beruht. Gott selber hat dies bei der Taufe Jesu im Jordan bezeugt: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe.“ – Heinz Josef Ernst

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Einsatz für Menschlichkeit: Selbstinszenierung?

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Der aktuelle Vorwurf der „Selbstinszenierung“ gegenüber Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg in Bezug auf seinen jüngsten Besuch in Afghanistan wirft für mich die Frage auf, wer eigentlich zu Recht einen solchen Vorwurf erheben kann.

Bevor ich einen solchen Vorwurf („Selbstinszenierung“) gegen jemanden erhebe, der – objektiv gesehen – etwas Richtiges und Nützliches tut, muß ich dessen Beweggründe für sein Tun kennen. Erfahrungsgemäß richten sich solche Vorwürfe nicht nur an Politiker, sondern gelegentlich auch an Personen, die sich für Mitmenschen einsetzen, zum Beispiel in Hilfswerken, Menschenrechtsorganisationen und Kirchen.

Auch muß ich die eigenen Motive prüfen, die mich zur Kritik veranlassen. Ist es reine politische Opposition? Sind es Neid und Mißgunst? Wer kann in das Herz seines Nächsten schauen, wer kennt dessen Motive wirklich? Mit welchem Recht kann einem Politiker von vornherein ein niederes Motiv unterstellt werden? – Jeder hält doch sein Tun oder sein Kritisieren für richtig – aber Gott der Herr kennt und prüft die Absicht der Herzen (Sprüche 21,2). Manche Kritiker kann man an das achte Gebot erinnern, das Gott über den Propheten Moses kundgetan hat: „Du sollst nichts Falsches gegen deinen Nächsten aussagen“ (5. Moses 5,20). – Heinz Josef Ernst

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Sich für religiös Verfolgte und Bedrängte einsetzen!

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Christen bilden die größte Gruppe bei den weltweit religiös Verfolgten und Bedrängten. Zu deren Unterstützung gibt es einige Initiativen und Organisationen, wie die ‘Internationale Gesellschaft für Menschenrechte’ (IGFM) in Frankfurt am Main. – Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) beispielsweise hat die Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“ ins Leben gerufen; die Organisation ‘Open Doors’ lädt – gemeinsam mit der Evangelischen Allianz – zu einem weltweiten Gebetstag am Sonntag, 14. November 2010 ein, alternativ am 7. oder 21. November. – Die Villinger Heilig-Kreuz-Pfarrei wählte bereits den 7. November.

In der Hinführung zum Thema sagte der Verfasser dieses Beitrags: In über 60 Ländern gibt es keine Religionsfreiheit und die größte Christenverfolgung aller Zeiten dauert unvermindert an.

Während wir unsere Gottesdienste unbehelligt feiern können, geht es beispielsweise in Pakistan nur, wenn die Kirche mit hoher Mauer, Stahltor und bewaffnetem Sicherheitspersonal geschützt ist. Oder gehen wir in den Irak: Jeder weitere Anschlag wie am letzten Sonntag auf eine katholische Kirche in Bagdad fördert den Exodus der Christen. Bei der Befreiungsaktion nach einer Geiselnahme kamen 58 Menschen ums Leben. Unter ihnen sind zehn Frauen und acht Kinder. Zwei Priester wurden hingerichtet. Ihre Beisetzung war am Dienstag.  Beim Requiem sagte der syrisch-katholische Erzbischof [Basile Georges Casmoussa] von Mossul:

„Für unsere christliche Gemeinschaft ist das eine wahre Katastrophe – in menschlicher und in religiöser Hinsicht. Das löst Panik aus. Wir versuchen ja wirklich alles, um Dialog und Zusammenarbeit in Gang zu bringen; aber wenn wir dann sehen, dass – vor allem von den Behörden – keine adäquate Antwort kommt, dann fühlen wir uns vollkommen schutzlos. Jetzt muss die UNO handeln, um diese kleine Gemeinschaft zu retten!“

„Die Geschichte hat uns zu einer kleinen Herde gemacht“, sagte Papst Benedikt bei der Einladung zu der jetzt beendeten Nahost-Synode in Rom…Ob in Ägypten, Libanon, der Türkei oder Iran, überall fühlen sich die Christen durch das Erstarken des politischen Islam bedroht. Der Orient erlebe eine regelrechte christliche Entvölkerung, so das besorgte Fazit des Vatikans.“ – Erst vor einer guten Woche beschwor die Bischofssynode den Überlebenswillen der Christen im Nahen Osten. Jetzt kommt das böse Erwachen. Nach dem soeben geschilderten Geiseldrama steht das Christentum im Irak womöglich vor dem endgültigen Aus.

Bedrängnis, Diskriminierung und Verfolgung sind in den 64 Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit unterschiedlich ausgeprägt:

  • In manchen Ländern wird das religiöse Bekenntnis zwar grundsätzlich geachtet. Sobald Christen sich jedoch mutig für die Menschenrechte einsetzen und sich an die Seite der Armen stellen, sind sie gefährdet. Dies betrifft vor allem Lateinamerika. Priester und Laien haben bereits einen hohen Blutzoll entrichtet. Die Bedrohung bleibt.
  • Auch die Situation in kommunistischen Staaten ist nach wie vor bedrückend. Zwar hat sich in China und Vietnam manches gebessert. Die Kirche lebt dort inzwischen freier, wenngleich die Verhältnisse regional sehr unterschiedlich sind. Aber nach wie vor wird in diesen Ländern der Aktionsradius von Kirche und Christen eingeengt, und die staatlichen Behörden greifen in die inneren Angelegenheiten der Kirche ein. Zu erwähnen ist besonders Nordkorea. Es wird geschätzt, dass dort zwischen 50.000 und 70.000 Christen in über 30 Arbeits- und Straflagern gefangen gehalten werden. 200.000 leben dort im Untergrund.
  • Massiv angewachsen ist in vor allem die Bedrohung von Kirchen und Christen in manchen islamisch geprägten Ländern. Ein erstarkter religiöser Fundamentalismus gewinnt zunehmend Einfluß. Als Folge davon werden Christen durch gesetzliche Diskriminierung zu Bürgern niederen Ranges herabgestuft und an der Ausübung ihres Rechtes auf Religionsfreiheit gehindert
    Länder wie Sudan und Iran haben ihre Strafgesetzgebung der Scharia, dem islamischen  Recht, angepaßt. Dadurch droht Muslimen, die zum Christentum konvertieren, sogar die Todesstrafe. Nicht-muslimischen Bürgern wird die Ausübung ihrer Religion sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich gemacht.

Wie können wir mit den Verfolgten und Diskriminierten solidarisch sein? Erzbischof Ludwig Schick sagt: „Christliche Solidarität hat neben der materiellen immer auch eine geistliche Dimension. Es ist wichtig, dass sich die Gläubigen im Gebet mit jenen verbinden, die um ihres Christ-Seins willen Not leiden. Für die Verfolgten bedeutet dies Ermutigung und Bestärkung. Wir anderen aber können gerade von den um des Glaubens willen Verfolgten und Bedrängten in besonderer Weise erfahren, was es heißen kann, als Christ zu leben, und auch, wer Jesus ist, dem die Christen nachfolgen. In der Bergpredigt sagt ER: „Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 5,10).“ – Heinz Josef Ernst

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„Landesgarten – Weltgarten“

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Unser diesem Motto fand am 19. September 2010 der Eine-Welt-Aktionstag im Kirchenpavillon der Landesgartenschau Villingen-Schwenningen statt. Veranstalter waren kirchliche Partnerschaftsgruppen und Eine-Welt-Läden. In folgenden Ländern sind die Projekte oder Partnerschaften der einzelnen Gruppen beheimatet: Peru (drei Gruppen), Ecuador, Argentinien, Kamerun, Uganda und Tanzania (je eine Gruppe). Neben der Beschreibung des jeweiligen Projektes gab es länderspezifische Informationen. Es wurde am Eingang ein „Stationen-Laufzettel“ ausgeteilt: „Herzlich willkommen zur Reise um die Welt…“, auf dem Quizfragen zu Besonderheiten der dargestellten Länder gestellt wurden. Zur Beantwortung mußten dann die einzelnen Informationsstände aufgesucht werden. >>>Download Flyer „Landesgarten – Weltgarten“. Auch in einer Andacht („Atempause“) kam die Verbundenheit mit den Menschen und Partnern in den obengenannten Ländern zum Ausdruck. Folgende Situationen in der Einen Welt wurden dabei betrachtet:

  • Die Menschen in den Slums der Weltstädte und alle diejenigen, die auf Müllhalden mühsam ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.
  • Die Strassenkinder, die völlig alleingelassen sind und deren Leben ständig in Gefahr ist.
  • Alle diejenigen, die ohne das heilbringende Wort Gottes leben und Jesus noch nicht kennen.

Alle Anliegen wurden hineingelegt in das Gebet des Herrn, dem „Vater unser“, das in Spanisch vorgetragen wurde, der Sprache von Eine-Welt-Partnerländern wie Peru, Ecuador und Argentinien: „Padre nuestro que estás en el cielo, santificado sea tu Nombre, venga a nosotros tu reino, hágase tu voluntad, en la tierra como en el cielo. Danos hoy nuestro pan de cada día. Perdona nuestras ofensas, como también nosotros perdonamos a los que nos ofenden. No nos dejes caer en tentación y líbranos del mal. Porque tuyo es el reino, tuyo es el poder, y tuya es el gloria, ahora y por siempre. Amen.” – >>> Fotos vom Tage

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Iran: Abhängigkeit der Frauen soll noch verschärft werden

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Frankfurt am Main. Die iranische Regierung unter Mahmud Ahmadinedschad will durch einen verschärften Gesetzentwurf „zum Schutz der Familie“ die Polygamie erleichtern und die Stellung von Frauen im Iran noch weiter schwächen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wies darauf hin, dass die Regierung mit Nachdruck versucht – gegen den erbitterten Widerstand von Frauenrechtlerinnen und Reformern – Zusätze zum Gesetz durchzusetzen. Am 30. August 2010 erklärte Parlamentspräsident Ali Laridschani, dass die umstrittenen Ergänzungen erneut an den Rechtsauschuss verwiesen sind – obwohl diese Artikel bereits vom Parlament verworfen wurden, so die IGFM.

Nach dem im Iran geltenden Rechtssystem, der Scharia, dürfen islamische Männer bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig haben. Frauen ist die Ehe mit mehreren Männern dagegen strengstens verboten. Außerdem dürfen im Iran schiitisch-muslimische Männer zeitlich befristete Ehen ohne Versorgungsansprüche gegenüber der „Ehefrau“ eingehen, z.B. für eine Nacht oder für einen Geschlechtsverkehr. Iranische Frauenrechtlerinnen kritisieren diese Praxis als religiös legitimierte Prostitution.

Fundamentalistinnen befürworten erleichterte Polygamie. Die IGFM berichtet, dass islamische Hardliner im iranischen Parlament die Streichung der von der Regierung eingebrachten Artikel 23 und 24 bemängelten. Zu dieser Gruppe gehören auch Frauen, die mit Unterstützung von Präsident Ahmadinedschad und des „Führers“ der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, Abgeordnete werden konnten. Die Sprecherin der Frauenfraktion des iranischen Parlaments, Laleh Eftekhari, rechtfertigte die Schlechterstellung von Frauen in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Mehr:

„Wir sollten nicht das nachplappern, was die internationale Gemeinschaft möchte. Nach den Geboten Gottes und der heiligen Scharia ist die Einwilligung der ersten Ehefrau zur erneuten Eheschließung nicht erforderlich.“ (…) „Die [islamischen] Rechtsgelehrten widersprechen der Notwendigkeit einer Erlaubnis durch die Ehefrau [für eine oder mehrere weitere Eheschließungen].“

Totale Abhängigkeit der Frauen. Die IGFM wies darauf hin, dass auch bei der aktuell geltenden Gesetzeslage Frauen weitere Ehen ihres Mannes nur schwer verhindern können. Durch die vom islamischen Recht geprägte gesellschaftliche und rechtliche Lage seien sie in aller Regel völlig von ihrem Ehemann abhängig und könnten von ihm ohne Angabe von Gründen und praktisch ohne Unterhalt jederzeit verstoßen werden, kritisiert die IGFM. – Quelle: IGFM, 31.08.2010

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