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Was bedeutet ‚Entweltlichung‘ der Kirche?

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Entweltlichung? Ein Begriff, den man vergeblich im Duden sucht. Auch für Kardinal Kasper kam dieser Begriff überraschend. In einem Interview mit der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ gelang ihm jedoch unter anderem folgende Formulierung: „…dass sie sich prüfen muß, ob sie in manchem nicht zu sehr weltlichen Institutionen gleicht und sich deren Logik zu eigen macht, ob manche ihrer Strukturen noch ihrem ursprünglichem Auftrag dienen oder nicht eher zum Ballast und zum Hindernis dafür geworden sind, zu hören, was uns der Geist Gottes heute sagt.“ Unweigerlich kommt dabei einem Bibelkenner das zwölfte Kapitel des Römerbriefes in den Sinn: „Gleicht euch nicht dieser Welt an,  sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.“ (vgl. Röm 12,2)

Und dazu jetzt der Paukenschlag in „Welt-Online“ vom 25.10.2011: „Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen“. Gemeint ist der Verlag „Weltbild“, ein Medienkonzern, der zu 100 Prozent der katholischen Kirche gehört. Ich bin dem Autor des Artikels, Bernhard Müller (Chefredakteur von PUR-Magazin) dankbar, dass er die ganze Vorgeschichte darstellt: Die Bischöfe haben die schon seit Jahren vorliegenden Beschwerden von Gläubigen nicht ernstgenommen:

Schon 2008 stellten Katholiken eine 70-seitige Dokumentation über das fragwürdige Angebot des katholischen „Weltbild“-Verlages zusammen. Diese Doku ging an alle deutschen Diözesanbischöfe, deren Bistümer Miteigentümer des Verlages sind. Diese Doku weist nach, dass „Weltbild“ mit der Verbreitung von Sexbüchern, Gewaltverherrlichung, Esoterik, Magie und Satanismus eine Menge Geld verdient.

Erst, als kürzlich das Fachmagazin „buchreport“ berichtete, auf der Seite „weltbild.de“** würden unter dem Suchbegriff „Erotik“ mehr als 2500 Treffer gezählt, ist „Feuer unter dem Dach“ und man will jetzt den Vertrieb „möglicherweise pornografischer Inhalte“ durch den „Weltbild“-Verlag unterbinden.  Anmerkung: Warum nur pornografische Inhalte? Alle anderen oben aufgezählten Inhalte sind genau so verwerflich! 

Gottes Gericht beginnt im eigenen Haus. Nach dem Mißbrauchskandal mit massenhaften Kirchenaustritten hätten die Alarmglocken bei den Kirchenverantwortlichen noch schriller läuten müssen. Was hilft es der Kirche, auf den sogenannten Dialogprozess zu setzen, wenn sie nicht zu einer radikalen „Entweltlichung“ bereit ist?

Papst Benedikt ist gut informiert über die Situation der deutschen Kirche und findet immer geeignete Formulierungen in bezug auf ihre Schwachstellen. Wenn es an der nötigen Selbsterkenntnis fehlt, ist dies ein Zeichen, dass die obengenannte Schriftstelle aus dem Römerbrief nicht im Bewußtsein ist, dass das Wirken des Heiligen Geistes von Amtsträgern und Funktionären blockiert wird. Dann ist es auch nicht verwunderlich, wenn lange über den Begriff „Entweltlichung“ gerätselt wird.

Ich empfehle die Links zum >>>PUR-Magazin und zum Magazin “Katholisches” 

**auf dieser Seite war das Suchergebnis nur bis zum 24.10. nachzuvollziehen, da es am 25.10. Korrekturen an den Suchmaschinen von “Weltbild” gegeben hat. Dagegen gibt es aber auf der Seite des Verlages Droemer Knaur, an dem Weltbild zu fünfzig Prozent beteiligt ist, noch genügend Treffer! “Die Tagespost” schreibt in ihrer Ausgabe vom 27.10., dass das Problem “Weltbild” für die Bischöfe trotz Korrekturen am Filter der Suchmaschinen nicht gelöst sei. Denn: “Weltbild” ist nicht nur Vertreiber von Pornografie, Esoterik oder Buddhismus, sondern in bedeutendem Umfang Koproduzent solcher Produkte. Auch bei Droemer Knaur habe es in den vergangenen Tagen Korrekturen gegeben. Noch vor kurzem konnte man beispielsweise eine Leseprobe zu “Sündige Spiele” bekommen. – Traurig, aber wahr! 

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