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Papst Franziskus hat sich für konstruktive Kritik statt zerstörender Anklage in der Kirche ausgesprochen. Es gelte, dem Heiligen Pater Pio (1887 bis 1968) zu folgen: “Er  hat die Kirche so geliebt, wie sie war, und hat sie nicht mit Worten zerstört, so wie es jetzt Mode ist”, sagte das Kirchenoberhaupt im Vatikan. Es sei richtig, auf Schwächen hinzuweisen, dabei müsse aber immer auch die Liebe zur Kirche zum Ausdruck kommen. “Lebt wie Christen  und bezeugt, dass Liebe schöner ist als Hass, Freundschaft schöner als Feindschaft und die Brüderlichkeit zwischen uns allen schöner als Krieg”, so der Papst.

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‘Tacheles’: Wie berichten Medien über Religion?

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Über die Darstellung von Religion in den Medien diskutierten Prominente am 27. Mai 2010 in der Marktkirche zu Hannover. Die Aufzeichung dazu strahlte „Phoenix“ am 30. Mai 2010, 22.30 Uhr aus: “Tacheles”. Talkteilnehmer waren der Nordelbische Bischof Gerhard Ulrich, der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir, der “Welt”-Herausgeber Thomas Schmid, der Autor Kay Sokolowsky (“Feindbild Moslem”) und die Schauspielerin Nursel Köse.

Es ist positiv, dass in der Sendung gegen Klischeemeinungen (über Islam, katholische Kirche,…) argumentiert wurde. Negativ ist aber, dass in Bezug auf „Missbrauch“ eigentlich nur die katholische Kirche im Fokus stand. Dabei hat man es versäumt, auch einen katholischen Vertreter einzuladen. Stereotyp wurde wieder behauptet, der Papst habe „geschwiegen“. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass die katholische Kirche weltweit 1,2 Milliarden Gläubige hat und Deutschland nur ein kleiner Teil der Weltkirche ist. Um die Behauptung des „Schweigens“ aufrechterhalten zu können, wird ignoriert, dass Benedikt XVI. unlängst ein eindeutiges Schreiben nach Irland gesandt hat, das inhaltlich genauso für die Situation in Deutschland gilt und auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Es hat auch der Hinweis gefehlt, dass die Evangelische Kirche ebenfalls von Missbrauchsfällen betroffen ist.

Zur Berichterstattung über den Islam: Wie die seitens des Senders während der Sendung durchgeführte Online-Befragung sinngemäß ergab, wird aufgrund der „politischen Korrektheit“ der Islam „geschont“, während auf die Kirche ungeniert herum getrampelt werden darf.

Die seitens eines Gesprächsteilnehmers geäußerten Bedenken gegenüber dem Islam, die aus den bekannten Anschlägen wie „11. September“, „Madrid“, „Bali“,… resultieren, wurden eher als islam-untypisch angesehen. Wer alternative Medien (also nicht TV und große Printmedien) nutzt, weiß schon eher, was tagtäglich in islamisch/islamistisch geprägten Ländern passiert: Es fehlt die Religionsfreiheit, Christen und andere Minderheiten sind Bürger zweiter Klasse, werden benachteiligt und auch verfolgt. Alles geschieht im Namen „Allahs“. Oder sind dies alle keine Muslime? Schauen wir nach Ägypten, Marokko, Saudi-Arabien, Pakistan, Türkei,…Natürlich gibt es – wie einer der Teilnehmer richtig bemerkte – nicht „den Islam“, ebenso wenig wie es „die Christen“ gibt. Aber man fürchtet sich, “politisch inkorrekt” zu sein! Bei uns gibt es volle Religionsfreiheit mit Recht auf Moscheebau, etc. – Warum bringen Phoenix oder andere TV-Sender nicht einmal eine Sendung zum syrisch-orthodoxen Kloster Mor Gabriel im Südosten der Türkei, zu dem Enteignungsprozesse laufen?

Heinz Josef Ernst

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