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Massenverhaftungen von Konvertiten im Iran

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Frankfurt am Main. Die Islamische Republik Iran hat die Verfolgung von christlichen Konvertiten und Hausgemeinden weiter verschärft. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) heute in einer Pressekonferenz in Düsseldorf berichtet, hat in den vergangenen Monaten die Zahl der Verhaftungen und Einschüchterungen deutlich zugenommen. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin erklärte, die berechtigte Sorge vor Irans Nuklearprogramm dürfe nicht von der Entrechtung der Bürger des Iran ablenken. Die Bundesregierung und die EU müssten die Einhaltung von Menschenrechtsverträgen unmissverständlich einfordern. Stille Diplomatie habe beim Iran ihr Ziel verfehlt.

Gegenwärtig fände eine Welle von Verhaftungen in den Großstädten Ahwaz, Theran, Esfahan, Shiraz und Kermanshah statt. In den vergangenen zwei Jahren seien nach Informationen der IGFM mehrere hundert Konvertiten verhaftet und hunderte von Bibeln verbrannt worden. Teilweise würden ganze Gruppen verhaftet, so etwa am 29. Februar 2012, als Sicherheitskräfte 13 Personen in einer Kirche in Kermanshah festnahmen.

Die IGFM weist darauf hin, dass vor allem die Leiter von Konvertitengemeinden systematisch vom iranischen Geheimdienst eingeschüchtert und bedroht werden. Da fast allen offiziell genehmigten Kirchengemeinden Gottesdienste in der Landessprache Farsi verboten sind und ehemalige Muslime Sorge vor Entdeckung und Verhaftung hätten, träfen sich die meisten Konvertiten heimlich in Hausgemeinden.

International Aufsehen erregte der Fall des iranischen Pastors Youcef Nadarkhani. Entgegen der in der Islamischen Republik gängigen Praxis der Behörden war der Vater von zwei kleinen Kindern  ganz offiziell wegen „Abfall vom Islam“ und „Verbreitung nichtislamischer Lehren“ zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Das am 22. September 2010 von einem Revolutionsgericht verhängte Todesurteil ist dank internationaler Proteste noch nicht vollstreckt. In Deutschland haben sich an der Appellaktion der IGFM bereits über 43.000 Menschen beteiligt.

Die IGFM deutschlandweit mit Mahnwachen, Lichterketterketten und anderen Protestaktionen auf den Fall des Pastors aufmerksam. Für das Jahr 2012 plant sie insgesamt 100 Mahnwachen. Auch in Düsseldorf fand direkt im Anschluss an die Pressekonferenz eine Mahnwache auf dem Heinrich-Heine-Platz statt. Mit Transparenten, Flyern und Plakaten machten die Menschenrechtler auf die Verletzung der Religionsfreiheit und die desaströse  Menschenrechtslage im Iran aufmerksam. Weitere große Aktionen wie ein Ostermarsch in der Hamburger Innenstadt am 7. April sind geplant.

Das härtere Vorgehen gegen Andersdenkende war mehrfach öffentlich angekündigt worden. Der „Führer“ der Islamischen Republik Iran, Ayatollah Khamanei, rief im Oktober 2010 in einer Rede eine staatliche Kampagne gegen Christen, Bahai und Juden aus. Einschüchterungen und Drohungen hatten daraufhin deutlich zugenommen. Der iranische Geheimdienstminister, der schiitische Geistliche Heydar Moslehi, hatte Ende November 2011 “neue Anstrengungen” im Kampf gegen Hausgemeinden verkündet, die nach Auffassung der IGFM nun in ihrer vollen Tragweite zu spüren seien.

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