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Vietnam: Mutter einer angeklagten Bloggerin protestiert durch Selbstverbrennung

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Frankfurt am Main/Bac Lieu. – Die 72jährige Mutter der in Vietnam sehr bekannten inhaftierten Bloggerin Ta Phong Tan hat sich am 30. Juli vor dem Gebäude des Volkskomitees der südvietnamesischen Provinz Bac Lieu selbst in Brand gesetzt. Auf dem Weg zum Krankenhaus erlag sie ihren schweren Verletzungen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, dass die Mutter und andere Angehörige der Bloggerin vor ihrem Freitod von den Behörden massiv unter Druck gesetzt wurden. Die katholische Juristin Tan ist nach Angeben der IGFM bereits 19 Mal verhaftet und in Polizeistationen misshandelt worden. Der Prozess gegen sie und andere namhafte Blogger soll am 7. August stattfinden.

Wie die IGFM berichtet, weigerte sich die Bloggerin Tan, in der Untersuchungshaft ein „Geständnis“ abzulegen. Die Behörden verlangten daraufhin, dass ihre Familienangehörigen gegen sie aussagen. Als die Angehörigen dies verweigerten, wurden sie von Beamten drangsaliert. Die 72jährige Mutter, Dang Thi Kim Lieng  wurde bei allem was sie außerhalb ihres Hauses tat, auf Schritt und Tritt offen observiert, beim Einkaufen, beim Kaffeetrinken, selbst beim Pagoden-Besuch. Neben der Sorge um ihre Tochter, die seit September 2011 in Haft ist und keine Besuchserlaubnis hat, klagte sie auch über andere Isolierungsmaßnahmen und Drohungen.

Nach ihrem Tod durften ihre Kinder den Leichnam nicht nach Hause bringen, bevor sie schriftlich erklärt hatten, dass sie keine Beschwerde einlegen würden. Rund 200 Polizisten und mit Macheten bewaffnete Zivilsten umstellten das Haus und hinderten Freunde und Bekannte daran, Abschied von der Verstorbenen zu nehmen. Bürgerrechtler aus dem ganzen Land sind zur Trauerfeier angereist. Das Internet im Hotel vor Ort wurde daraufhin abgestellt.

Gewaltsam am Kirchgang gehindert. Die 43jährige Juristin und Katholikin Ta Phong Tan berichtete in ihrem Blog „Wahrheit und Gerechtigkeit“ über politische Prozesse und kommentierte die Verstöße gegen das vietnamesische Recht. – Ihre  Bewegungsfreiheit war vor der Verhaftung erheblich eingeschränkt:  Sechs Mal im Juni und Juli 2011 wurde sie vorübergehend festgenommen oder gewaltsam in ihre Wohnung zurück gedrängt, sobald sie in die Kirche gehen wollte. Seit sie sich 2008 dem Club Freier Journalisten Vietnams angeschlossen hat, wurde sie 19 Mal vorübergehend in Gewahrsam genommen und in den Polizeistationen misshandelt. Ihre Wohnung wurde 2010 dreimal durchsucht und verwüstet. Ein Motorrad, zwei Laptops, mehrere digitale Kameras und Handys von ihr wurden dabei konfisziert. Die Polizei beschlagnahmte auch alle ihre persönlichen Papiere und Diplome, so dass sie sich nirgendwo für eine Arbeit bewerben konnte. Die Juristin hatte trotz einer abgeschlossenen Ausbildung als Rechtsanwältin keine Zulassung bekommen. Vor ihrer Verhaftung lebte sie von Honoraren, die Zeitungen im Ausland für ihre Beiträge zahlten.

>>>Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Vietnam

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